Im Notfall perfekt gerüstet: Hausapotheke aufräumen

Jeder kennt es: Man kauft ein Nasenspray, bekommt Magentabletten verschrieben, die Schwiegermutter bringt DAS Hausmittel gegen Hexenschuss mit und die Hausapotheke platz bald aus allen Nähten. Kommt dann ein Notfall, muss man sich durch einen Haufen abgelaufener Medikamente und leere Döschen arbeiten.

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Hier ein paar Tipps, um die Hausapotheke auf dem neuesten Stand zu haben:

1. alles ausräumen!

2. alle Medikamente, deren Haltbarkeit abgelaufen sind MÜSSEN entsorgt werden. 

Abgelaufene Medizin ist häufig nicht nur wirkungslos, sondern kann im Einzelfall sogar gefährlich werden.

Entsorgt werden können die alten Medikamente in vielen Apotheken, die dies als Serviceleistung für ihre Kunden anbieten. Verpflichtet sind sie dazu nicht, die meisten haben dies aber als ihren Beitrag zum Umweltschutz in ihr Leistungsspektrum mit aufgenommen.
Es ist aber auch möglich, die Sachen im Hausmüll zu entsorgen. Da dieser meist verbrannt wird, stellt es kein großes Risiko für die Umwelt dar, da die Verbrennung enthaltene Schadstoffe weitgehend zerstört.

Wichtig für eine umweltbewusste Entsorgung ist vor allem, dass sie nicht über die Toilette oder das Waschbecken gespült werden, damit sie nicht in den Wasserkreislauf gelangen. Aus dem gleichen Grund sollte das Ausspülen von Glasbehältern, in denen sich Arzneimittelreste befinden, unterlassen werden.

Was man aber auf jeden Fall beachten sollte: Leben Kinder mit im Haus (also z.B. auch im gesamten Mietshaus), sollte man vorsichtig beim Wegwerfen von Medikamenten sein, damit sie nicht in die Hände von Kindern fallen können.
Spritzen und Kanülen dürfen wegen der Infektionsgefahr nur in speziellen Boxen oder verschließbaren Gefäßen im Hausmüll entsorgt werden. Auf keinen Fall in den Restmüll gehören Quecksilberthermometer – sie gehören in den Sondermüll!

3. Zweiter Check der Medikamente auf versteckte Haltbarkeit

Das Haltbarkeitsdatum ist noch nicht überschritten und trotzdem müssen die Augentropfen entsorgt werden? Einige Medikamente sind geöffnet nur eine bestimmte Zeit haltbar – wie beispielsweise Augentropfen. Sie dürfen nur sechs Wochen geöffnet aufbewahrt werden, danach gehören auch sie in den Abfall. Bei solchen Produkten ist es oft sinnvoll in der Apotheke nachzufragen, ob es dieses Produkt auch einzeln verpackt – z.B. in Ampullen gibt.

4. Medikamente ohne Beipackzettel

Wofür war noch mal die weiße Kapsel? Und wogegen hilft die fettige Creme? Im Zweifelsfall lieber entsorgen, bevor es zu bösen Überraschungen kommt. HIER gibt es im Zweifelsfall ein paar Informationen, wenn man den Durchblick ganz verloren hat und Infos über bestimmte Wirkstoffe sucht.

5. Klebt das Pflaster noch?

Pflaster, die nicht mehr haften, helfen nicht viel. Und Binden und Verbände, die verschmutzt sind, machen auch keinen Sinn. Also auch besser entsorgen.Nachdem nun alles fein aussortiert wurde, geht es ans Einräumen und Nachprüfen, was aktuell fehlt.

Das Rote Kreuz empfiehlt folgende Dinge, die ein Hausapotheke enthalten sollte:

  • Schmerzstillende Tabletten
  • Fiebersenkende Mittel
  • Mittel gegen Halsschmerzen
  • Hustenmittel
  • Schnupfenmittel
  • Augentropfen
  • Mittel gegen Durchfall
  • Mittel gegen Verdauungsstörungen
  • Mittel gegen Übelkeit/Erbrechen
  • Abführmittel
  • Krampflösende Mittel
  • Entzündungshemmende Mittel
  • Mittel gegen Allergien
  • Insektenschutz
  • Wund – und Heilsalben
  • Brandsalben
  • Salbe gegen Prellungen
  • Desinfektionsmittel zur Haut- und Wunddesinfektion
  • Sonstiges
  • Fieberthermometer
  • Stumpfe Verbandschere
  • Pinzette
  • Lederfingerling

Ich habe noch ein paar Tricks, wie man den besseren Überblick behalten kann:

Kommt ein Medikament ins Haus, notiere ich den Namen dessen drauf, der es verschrieben bekommen hat UND (ganz wichtig!) wogegen. Denn nicht immer ist eindeutig auf dem Beipackzettel zu erkennen, welche Wirkung es in einem speziellen Fall haben soll.

Zum Beispiel steht auf der Packung der Tabletten zur Darmsanierung, dass sie bei der Einnahme von Antibiotika zum Einsatz gekommen sind. Oder bei einer anderen Packung, dass sie extra ohne Laktose für meinen Mann sind. Wichtig sind solche Notizen gerade auch bei homöopathischen Mitteln, auf deren Beipackzettel oft gar keine Anwendungsgebiete stehen dürfen.

Damit die Hausapotheke im Notfall nicht lange gesucht werden muss, sollte sie einen festen, für Kinder unzugänglichen Platz haben. Fast alle Medikamente müssen kühl, trocken und dunkel aufbewahrt werden. Auch direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden.

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