Kleiderschrank sortieren – Wie sitzt meine Kleidung richtig gut?

Mein allerliebstes Lieblingsthema: Der Kleiderschrank!
Ich räume ihn wirklich gerne auf, da ich zu meiner Kleidung ein wirklich liebevolles Verhältnis pflege – im Gegensatz zu Badschrankinhalten oder meinem Geschirr 😉

Mich hat dabei eines immer beschäftigt: Der Satz „… und was nicht richtig sitzt, wird aussortiert“
Okeeee
Ahja …
Was sitzt denn nun eigentlich schlecht? Und was sitzt gut? Gibt es da objektive Bewertungskriterien oder entscheide ich aus dem Bauch, dass ein bisschen Spannen um die Brust ganz ok ist?
Wie lang müssen Hosenbeine denn sein? Und wie lang ein Ärmel?
Bei einer Jeans, die zu eng ist und bei der sich jedes Gramm einzeln abbildet, ist das ja nicht so schwierig …

Also habe ich mal ein bisschen recherchiert.
Aber bevor ich euch ein paar Tricks und Tipps verrate, müsst ihr euch in Ruhe vor den Spiegel stellen und eine Bestandsaufnahme machen. Ich gehe mal davon aus, dass ihr sowieso genau wisst, ob ihr kurze oder lange Beine habt, 1,50m groß seid oder eher 1,80m. Großer Busen? Breites Kreuz?

Wir fangen einfach mal oben an: Holt eure Shirts und Blusen raus!

Der Ausschnitt bei Shirts und Blusen

Der V-Ausschnitt
Ein V-Ausschnitt eignet sich für die meisten Figuren, da er den Oberkörper streckt. Denn je tiefer der Ausschnitt  sitzt, desto länger erscheint der Hals, etwas kleinere Frauen wirken dadurch größer, ein volleres Gesicht schmaler. Ihr habt schmale Schultern und etwas breitere Hüften? Der V-Ausschnitt kann das etwas ausgleichen. Und wenn es etwas seriöser sein muss, so kann man bei einer klassischen Bluse einfach ein paar Knöpfe offen lassen.

 

Ringelbluse mit gemässigtem V-Ausschnitt

Der Rundhals-Ausschnitt
Wenn ihr euch eure Shirts anseht, dann werdet ihr feststellen, dass der Rundhalausschnitt die meist verbreitetste Ausschnittform ist. Der Hals wirkt dadurch kürzer als bei einem V-Ausschnitt-Shirt. Ihr möchtet ein bisschen an eurer Oberweite zaubern? Dann ist der Rundhals perfekt, da der Busen optisch größer wirkt und der Oberkörper etwas dominanter wird.
Also Finger weg bei üppiger Oberweite! Ein Rundhals ist für schlanke bis normale Frauen geeignet. Den gleichen Effekt erzielt man bei Blusen übrigens, wenn man sie ganz schließt.

Der Rollkragen
Der Rollkragen ist etwas schwierig, da er den Hals immer optisch verkürzt. Das ist bei einem Schwanenhals kein Problem, aber alle anderen wirken dadurch breiter.

Der U-Boot-Ausschnitt
Bei diesem Ausschnitt verläuft die Linie in mäßigem Bogen von einer Schulter zur anderen, wobei die Schlüsselbeine meistens zu sehen sind. Das ist toll bei einem schönen Hals! Für Frauen mit kurzem Hals oder breiten Schultern ist diese Form nicht optimal, da er optisch den Oberkörper verbreitert.

Der Carmen-Ausschnitt
Die Carmen-Bluse zeigt sehr viel Schulter, und lässt den oberen Teil des Oberkörpers unbedeckt, die Ärmel beginnen auf Brusthöhe. Beliebt ist diese Variante beispielsweise beim Dirndl. Bei einem großen Busen ist der Carmen-Ausschnitt jedoch unvorteilhaft, da er diesen optisch zu sehr verstärkt – aber da gibt es ja noch eine ganze Reihe Alternativen (auch im Trachtenbereich).

Der Blazer

Oh, der Blazer ist gar nicht so einfach, da wir ja alle keine genormte Figur haben, aber gerade ein Blazer als offizielles Kleidungsstück optimal sitzen sollte!

Jackenblazer aus Denim. Die Ärmel sind etwa lang, damit man
beim Umkrempeln das süße Muster sehen kann.

Zur Länge:
Fragt man einen Fachmann (äh Fachfrau) dann gilt für offizielle Blazer:
Reicht er bis zur Mitte des Pos, dann ist die Passform ideal. So hat Frau immer noch eine körperbetonte Passform und trotzdem ist alles schön bedeckt.

Sollte es mal nicht ganz so offiziell wie bei der Kanzlerin sein, dann darf er auch kurz und tailliert getragen werden.
Ganz wichtig: Auch ein taillierter, kurzer Blazer darf auf keinen Fall zu eng sitzen und spannen!

Denn sonst wirkt die Figur zu breit! Viele taillierte Blazer sind so geschnitten, dass sie in der Nähe der Taille abschließen. Ein solcher kurzer Blazer zusammen mit einem Rock, betont zum einen das Bein und zum anderen wirkt die Taille wesentlich schmaler. Und zur Jeans getragen wirkt er sportlich-elegant.

Jetzt kommen wir zu dem schwierigen Teil: Im Bereich der Taille bis zur Hüfte sollte der Blazer darüber gleiten ohne irgendwelche Falten zu machen. Und wenn er geschlossen ist, solltest du dich noch bequem hinsetzten können.

Noch ein Tipp:
Der Saum sollte innerhalb von 7 cm vom Hüftknochen sein, um die Beine zu verlängern.

Der Kragen und das Revers:
Der Kragen einer Jacke oder eines Blazers sollte etwa bis zur Mitte des Halses gehen und nicht abstehen. Und im Rückenbereich unterhalb des Kragens dürfen sich keine Falten bilden!
Wenn ihr den Blazer schließt, dann darf das Revers nicht aufklaffen. Sollte das passieren, dann ist die Jacke im Bereich des Rückens und der Brust zu eng.
Man sieht das ganz leicht mit einem Trick: Ist der Blazer zugeknöpft und macht ausgehend von den Knöpfen Falten in der Form des Buchstaben X, dann ist die Jacke zu eng.
Und auch hinten sieht man es ganz leicht: Bilden sich bei einer Jacke horizontale Linien im Rückenbereich, zieht es an den Hüften und öffnet sich der Schlitz am Rücken, dann ist der Blazer zu klein.
Wenn ihr wissen möchtet, ob ein Blazer eine gute Qualität hat, dann schaut euch einfach an, wie die Knöpfe angenäht sind! Fallen sie schon nach dem ersten Tragen ab?

Dieser Blazer sitzt definitiv nicht gut – nicht nur an der Puppe, sondern auch an mir.
Seht ihr die Falten, die er wirft? Also weg damit. Vielleicht passt er ja jemand anderem besser.

Die Schultern und die Ärmel:
Die Schulternähte sollten gerade verlaufen und flach aufliegen ohne irgendwelche Beulen zu machen. Normalerweise sollte dieSchulternaht mindestens bis zum Ende des Schlüsselbeins gehen und nicht zu weit darüber hinausragen. Denn wenn sie zu lang ist, hat der Blazer eine schlechte Passform.

Im Bereich der Schultern sollte kein Ziehen oder ein Drücken zu spüren sein, denn auch dann gilt: zu klein!
Jetzt bewegen wir mal die Arme. Schon beim Anheben merkt man, ob der Blazer vielleicht zu klein ist, denn zu enge Armlöcher stoppen einen ganz schnell in der Bewegung. Aber Achtung: Jacken mit einer sehr guten Passform sind meistens unbequemer als jene mit einer schlechten Passform!
Und zu viel Stoff unter der Achsel bedeutet natürlich, dass der Blazer zu groß ist.

Arme wieder nach unten.

Bewegt sich der Blazer wieder in seine Ausgangsposition zurück oder muss man ihn wieder erst lange zu Recht richten?

Wenn man die Arme leicht angewinkelt an den Seiten herunterhängen lässt, sollten die Ärmel den Knochen des Handgelenks bedecken. 7/8el-Länge betont übrigens die Taille.

Die Hose

Jetzt wird die Hosenlänge genauer unter die Lupe genommen! Ist euch schon mal aufgefallen, wieviele Menschen mit zu kurzen Hosen rumlaufen? Manchmal merkt man es selber nicht, da Hosen die Angewohnheit haben, mit häufiger Wäsche immer kürzer zu werden …
Also schauen wir mal genau hin: Ist der Hosensaum zu lang oder zu kurz? Optimal ist ein ½ Zentimeter über dem Boden mit Schuhen. Weite Modelle trägt man etwas länger als schmale. Also darf die Skinnyjeans ruhig etwas kürzer sein. Das heißt, weite Modelle falten sich auf dem Spann leicht, während sie an der Ferse zwischen der Mitte der Ferse und dem Ansatz des Absatzes enden. Schmale Hosen liegen vorne nur leicht auf und gehen hinten bis zur Mitte der Ferse.

Der Rock / das Kleid

Mit einem Rock kann man nie etwas falsch machen – egal was für eine Figur man hat. Aber auf die Rockart kommt es an! Eigentlich gibt es nur einen Figurentyp der alles tragen kann: Die Gazelle mit langen und schlanken Beinen. Allen anderen sei geraten: Schaut doch mal, welche Rockform am besten zu euch passt!

Kurzer Rockteil, bzw. kurzes Kleidchen. Mir schon ein bisschen zu kurz.

Lange Beine
Wie gesagt – hier geht alles!  Minirock – kein Problem! Knielang – super! Lange Röcke – her damit! Besonders weil diese nicht von vielen getragen werden können!

Kurze Beine
Für kurze Beine sind taillierte, halblange Röcke perfekt. Hier erkennt man nicht auf den ersten Blick, wo die Beine beginnen und mit Highheels in der passenden Farbe, kann man das Bein optisch sogar noch verlängern.

Kurze, aber schlanke Beine sehen auch in einem Minirock toll aus, da dieser viel vom Bein zeigt und auch hier ist in Kombination mit hohen Schuhen ein Knaller.
Nicht so toll sind jedoch lange Röcke, da sie einen noch kleiner wirken lassen.
Und wer ein bisschen breiter gebaut sind, sollte Ballonröcke meiden, weil diese Form zusätzlich aufträgt.

Mittellanges Kleid. Es bedeckt gerade die Knie.

Mittellange Beine
Frauen mit normal langen Beine, können quasi jeden Rock anziehen.
Aber vielleicht ist ein kritischer Blick manchmal ratsam. Vielleicht sind manchmal ein paar Zentimeter mehr Stoff eleganter?

Offiziell gilt: Röcke sollten bei oder knapp unter dem Knie enden. Wenn man klein ist, sollte der Saum knapp über das Knie fallen, um das Bein zu verlängern.

Hui, wow.
Eine ganze Menge Informationen … aber vielleicht hilft es euch ein bisschen weiter?
Schaut doch mal eure Sachen kritisch durch und befreit euren Kleiderschrank von unnötigem Ballast!

Kommentare

  1. Sehr informativ, danke!! Zum Thema langer Rock: wenn man wie ich knapp 1,84 m groß ist, wirkt man in einem langen Rock noch viel größer, was bei dieser Körpergröße auch nicht mehr so toll ist. Ich finde dagegen, dass kleinere Frauen sogar sehr gut auch Maxi-längen tragen können, kommt allerdings auf den Klamotten – Typ an. Die Ausführungen zum Thema Ausschnitt und blazer-Passform sind super,werde meinen Schrankinhalt mit diesem Wissen nochmal kritisch unter die Lupe nehmen.!

  2. Hallo!
    Vielen Dank für diese Informationen!
    Ich habe meinen Kleiderschrank vor Kurzem aufgeräumt. Aber ich denke, da sollte ich noch einmal ran…
    Jetzt bin ich motiviert. Super!
    Liebe Grüße! K.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.