Noch mehr Tapeten – die Graham & Brown Wallpaper Week*

Graham & Brown goldene Tapete

Vor ein paar Tagen habe ich euch schon vonmeiner Tapetenliebe berichtet, die in den 70ern geprägt wurde. Und als ich den Artikel online stellte, bekam ich gleich aus mehreren Richtungen Erstaunen entgegen gebracht. Man muss dazu sagen, dass die meisten, die ich kenne, Tapete nur in Form von Raufaser an die Wand bringen und sie dann munter überstreichen. Oder sie fluchen bei Renovierungsarbeiten über die dicken Schichten alter Papierdeko.
Da wir ja in einem alten Fachwerkhaus mit offenen Balken und verputzten Wänden leben, hängt auch bei uns keine Tapete an der Wand. Gerade deshalb fasziniert mich das Thema aber, denn es wird wieder immer populärer!
Ein Blick in die Geschichte:

Schon immer haben Menschen ihre Wände dekoriert, und geschmückt. – denkt nur an die Höhlenmalerei. Die ersten „Tapeten“, also bedruckte Wandpapiere stammen aus dem 14. Jahrhundert, in dem Papierherstellung noch eine besondere handwerkliche Kunst war und dementsprechend exklusiv. In französischen und englischen Papiermanufakturen entstehen etwas später die sogenannten Dominotiers – Sie werden  im 17. Jahrhundert mit Modeln aus Holz gefertigt und haben ein Rapportmuster – eine Drucktechnik, die sich bereits im Stoffdruck bekannt war.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts gibt es  in England die ersten Tapetenbahnen, die raumhoch sind und aus zusammengeleimten, handgeschöpften Papierbahnen zusammengesetzt werden. Den Höhepunkt findet die Entwicklung in riesigen Panoramatapeten, bei denen auf bis zu 32 Tapetenbahnen Kriegsschauplätze, Stadtansichten und Landschaften gezeigt werden.

Ab 1830 wurde die Tapetenproduktion durch  die Erfindung des Rundschöpfsiebes zur Herstellung von Endlospapier industrialisiert. Und mit dem Rotationsdruck wurde nicht nur die Produktion gesteigert, sondern auch die Preise günstiger.

 

Graham & Brown Tapete mit floralem Muster

Kennt ihr Graham & Brown?

Also, ich kannte sie bisher ehrlich gesagt noch nicht.

Die Firma Graham & Brown startete 1946 – in einer Zeit, in der die Menschen sich nach Dingen sehnten, die Ihre Zuhause nach den harten Kriegsjahren etwas verschönerten. Die beiden guten Freunden, Harold Graham und Henry Brown hatten eine Vision, den Menschen genau dieses Bedürfnis zu befriedigen. Angesichts des großen Mangels an Papier in der Nachkriegszeit waren Henry und Harold so klug, einen großen Vorrat an überschüssigem metallisiertem Papier zu kaufen, dazu einen 8-Farben-Oberflächendrucker und eine neue Prägemaschine – damit begannen die beiden Männer eine Revolution in Sachen Tapeten. Die Ware verkaufte sich so schnell , dass Graham & Brown kaum die Nachfrage befriedigen konnte. Das Unternehmen wuchs schnell und florierte bis zur Energiekrise des Korea-Krieges in den frühen 1950er Jahren.

Im Laufe der 1960er Jahre kamen die Söhne von Henry und Harold – David Brown und Roger Graham – dazu und mit ihnen ein moderner Managementansatz. Immer noch mit Henry am Ruder erweiterten sie die Anlagen durch Hinzufügen von Fabriken und den Aufkauf potenzieller Konkurrenzunternehmen. In den 1970er Jahren wurden bei Graham & Brown jährlich Millionen Rollen Tapeten produziert, und das Unternehmen wurde zu einem der größten unabhängigen Tapetenhersteller in Großbritannien mit wachsendem Einfluss in Europa. Es wurden neue Ideen für Tapeten entwickelt, wie abwaschbare Wandbekleidungen aus Vinyl.
What goes up must come down…

Dank ständiger Innovation und kreativem Denken brachte Graham & Brown seine heute berühmte Marke Superfresco auf den Markt, die damals wie heute leicht aufzuhängen (und wieder zu entfernen) sowie streich- und abwaschbar ist, und die das erste Sortiment war, für das man im Fernsehen warb. Der kultige TV-Spot „What goes up must come down…“ war so einprägsam, dass er in den späten 1990ern nochmals verwendet wurde. Superfresco wurde zur meistverkauften Tapetenmarke der Welt, erhältlich in mehr als 50 Ländern.

Deutschland ist übrigens das jüngste Mitglied in der Graham & Brown-Familie und in diesem Jahr wird zum ersten Mal dieGraham & Brown Wallpaper Week gefeiert.

Graham & Brown goldene Tapete im Flur

Also: Tapetenwoche

Und wann feiert man am besten? Also, ich tu das am liebsten Samstags, da man sich da in Ruhe aufhübschen kann. Samstag ist übrigens das Thema „Glamourös“. Passt perfekt, oder?

Ich bin ganz verliebt in diese Brokattapeten! In Schwarz finde ich sie unglaublich gediegen und in Gold – holla die Waldfee! Ich wollte die goldene Tapete in einen großen Bilderrahmen stellen, um sie dann im Schlafzimmer zu präsentieren (Ich war ganz verliebt in diese Idee!). Leider, leider ist mein Tapetenpäckchen noch nicht da. Und da ja HEUTE der Glamour-Tapetentag ist, muss dieser Beitrag erst mal ohne eigene Bilder auskommen …

Graham & Brown schwarze Tapete
Graham & Brown

Graham & Brown goldene Tapete

* Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Graham & Brown

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