Ordnung mit Kindern – Teil 1: Kinderzimmer aufräumen

Kinderzimmer in Ordnung halten ist meistens ein Drama.

Hat man nicht zufällig einen ordentlichen Zwerg erwischt, von denen es nicht wirklich viele zu geben scheint, dann hat man nur drei Alternativen:

1. Sich entspannt zurücklehnen und dem Chaos seinen Lauf lassen (und beim Auszug einen Kontainer bestellen)

2. Permanent hinter den Kindelein her räumen (man hat sonst viel zu viel Freizeit als Mutter!)

oder

3. den Nachwuchs zu Ordnung zu erziehen.

Letzteres ist eine Herausforderung, die man je nach Kindercharakter mit viel Vehemenz durchsetzen muss. (Erziehungsberechtigte mit ordentlichen Kindern dürfen trotzdem weiterlesen – vielleicht haben wir ja die ein oder andere Idee, die ganz spannend ist…)

Ganz ehrlich: Bei uns sind schon einige Tränen geflossen. Als Mutter eines Messie-Kindes habe ich harte Kämpfe durchgefochten und meistens verloren. Wir hatten alles dabei: Essensreste unter dem Bett, ausgelaufene Müslischalen im Hochflorteppich (yammie! Milch in Textilien!), kompletten Kleiderschrankinhalt im Zimmer, Schreibtisch unter Müllbergen…

Bevor ich weitermache, noch etwas Wichtiges vorweg: Hier geht es nicht darum, Kindern das lustvolle Spielen und Experimentieren zu verbieten. Nichts ist wichtiger als stapelweise getrocknete und gepresste Blumen, Urzeitkrebszuchtstationen und Bastelaktionen, bei denen Jackson Polock neidisch gewesen wäre!

Wir möchten euch Tipps und Tricks an die Hand geben, wie der Alltag ein bisschen reibungsloser funktionieren kann und das galaktische Chaos, das ab und an durch unsere Haushalte zieht, eingedämmt werden kann.

Zurück zum Messiekind:

Als allererstes haben wir 3 Regeln aufgestellt, die für ein Schulkind super einzuhalten sind:

  1. Es wird nicht im Kinderzimmer gegessen (Ausnahmen gibt es selbstverständlich – eine Pyjamaparty ohne Chips geht wohl gar nicht!)
  2. Der Schreibtisch wird jeden Abend ordentlich aufgeräumt, damit man am nächsten Tag seine Hausaufgaben ohne Ablenkung erledigen kann
  3. Einmal die Woche wird der Boden aufgeräumt, damit man durchsaugen kann

 

Kinderzimmer aufräumen

Das funktioniert mittlerweile ganz prima und dämmt das gröbste Durcheinander ein.

Damit das Aufräumen kein Drama wird, haben wir das Kinderzimmer nach vielem Hin- und Her so organisiert, dass alles seinen Platz hat.

Klingt nicht besonders aufregend, ist aber super klasse! So weiß der Nachwuchs genau, wo was im Fall der Fälle hin zu packen ist. Ganz einfach. Und um es noch simpler zu machen, kann man alles beschriften – bzw für kleine Kinder mit Symbolen versehen.

Ein Beispiel:

Ich geh mal von dem durchschnittlichen Chaos aus, das im Zimmer meiner 10jährigen Tochter so herrscht: Gebrauchte Klamotten, Sporttasche, Handcreme, Zahnspangengummis, ein Quartett, irgendwelche Plastikkleinspielzeuge (die wachsen bei uns immer nach), Bücher, Comics, Stifte, Playmobilteile und Schulsachen plus Schulrucksack auf dem Boden, Zettelchaos mit Schulsachen und Malen nach Zahlen auf dem Schreibtisch, Kuscheltiere, gefühlte hundert Einzelsocken und Bücher im Bett.

Ok, los geht’s:

  • Schulrucksack an Haken neben dem Schreibtisch
  • Turnbeutel an Haken für Turnbeutel 😉
  • Comics & Bücher ins Bücherregal
  • Kleinkram wie kleine Spiele, Flummis, Murmeln und all den anderen Dingen, die sich so ansammeln, kommen in die Kruschelschublade. Da darf alles reingeworfen werden. Wild und unordentlich! Aber einmal im Jahr wird dann ausgemistet und das Tochterkind ist jedes Mal selbst erstaunt, wie viel Zeug dann aussortiert werden kann
  • Kuscheltiere wohnen bei uns in einem schönen großen alten Wäschekorb (das war das Kinderbett meines Vaters!)
  • Playmobil kommt in die Boxen für Playmobil. Wir haben die kleinen Elemente von Expedit dafür gewählt, da man sie super flexibel nutzen kann und später mal als Sitzelemente, Tischchen etc. nutzen kann. Kind bleibt ja nicht immer so klein…
  • Alles was Wäsche ist wandert in eine Wäschebox

Das Stifte- und Zettelchaos ist die größte Herausforderung! Da habe ich am meisten rumexperimentiert und schöne Stiftehalter, Ablagesysteme usw. besorgt. Half aber alles nichts. Denn alles, was nur ein bisschen Nachdenken oder Aufwand bedeutet, funktioniert bei uns nicht. Deswegen halte ich mich an die alte Jobweisheit KISS: Keep it simple and stupid! Stifte kommen bei uns je nach Art (Filz- oder Buntstift) in einen Kasten oder in ein Eimerchen. Punkt. Dann muss sie halt wühlen, um den passenden Stift zu finden.

Der seltene Anblick: Das aufgeräumte Kinderzimmer

Die Erfahrung hat mir gezeigt:

Alles so einfach wie möglich halten! 

Und das Ordnungssystem an das Kind anpassen. Ich würde das Zimmer meiner Tochter ganz anders organisieren – aber dann würde gar nichts mehr funktionieren…

Wie man hier sieht: Das ist ein Jungenzimmer und nicht das von meiner Tochter. Das wird gerade umdekoriert und erneuert (zeig ich euch auch bald), aber zur Zeit geht es halt so gar nicht…

Kommentare

  1. Wunderbar! Theoretisch läuft das auch bei uns so 😀
    Wobei einmal die Woche den Boden freischaufeln… das wäre mir zu wenig. Gerade wenn zu meinen eigenen drei auch noch Freundinnen und die Nichten (die mit im Haus wohnen) dazukommen.
    Sonst kann ich dir in allem zustimmen.

    LG

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