Kuschelzeit: Wie halte ich meine Pullover frisch und sauber zwischen den Wäschen?

Ach, wie gerne würde ich jetzt schreiben: Der Frühling kommt, packt eure dünnen Sommersachen aus! Aber ich kann mir das so oft wünschen wie ich möchte – Tatsache ist, dass es erst im April in unseren Breitengraden wieder ein bisschen angenehmer wird. Bis dahin kuscheln wir uns in flauschige Pullover und weiche Strickjacken, um zumindest ein bisschen das Gefühl von Wärme ab zu bekommen.

 

Wollesachen pflegen

 

Ihr werdet es aber kennen: Irgendwann bekommt jeder Pullover Pilling oder wird ein bisschen muffelig. Bei Wolle und anderen Naturmaterialien sollte man häufiges Waschen jedoch vermeiden, da sie extrem empfindlich ist. Warum? Wolle ist eine Naturfaser und hat ganz ähnlich wie bei menschlichen Haaren eine spezielle Schuppenschicht. Wird diese nass, reagiert sie sehr empfindlich auf mechanische Reize und verfilzt beispielsweise. Also den Lieblingspullover nur dann waschen, wenn es unbedingt nötig ist.

Ich habe drei Tipps für euch, wie ihr eure Wollsachen pflegt, so selten wie möglich wascht und sie trotzdem schön frisch und sauber haltet. Denn eins ist auch klar: Wir wollen im Februar ja nicht rumlaufen und riechen wie ein Schaf, das in den Regen gekommen ist!

1 | Tschüss Pilling

Hochwertige Strickwaren haben Pilling. Ja, so ist das leider. Der hübsche Kaschmirpullover, das wunderbare Merinostrickjäckchen bekommen jene Knötchen- oder Fussel. Sie entstehen durch mechanischen Abrieb an Stellen, die stark beansprucht werden – also unter den Armen oder am Bündchen.

 

Pullover pflegen

 

Die gute Nachricht ist, dass es preiswerte Lösung: Es gibt Pilling-Kämme, batteriebetriebene Stoffrasierer oder man nutzt ganz vorsichtig einen Damenrasierer.
Regelmäßig den Pullover abkämmen oder abrasieren und der Pullover ist optisch immer einwandfrei! Das macht nicht viel Aufwand und das Strickteil sieht gepflegt aus.

2 | Tragt eine Basisschicht unter dem Pullover

Es ist ganz einfach: Was lässt sich leichter waschen? Ein Kaschmirpullover oder ein normales T-Shirt?
Nicht schwer, oder?

 

Shirtstapel

Eine Basisschicht direkt auf der Haut schützt den Pullover und hält ihn sauberer. Das Shirt dient als eine Barriere zwischen Pullover und Haut und nimmt Hautschüppchen und Gerüche auf. Denn mal ganz ehrlich: Wer hat nicht auch schon mal einen warmen Wollpullover durchgeschwitzt, weil er viel zu warm angezogen war? Ein Langarmshirt hilft aber auch gegen Juckreiz, der oft von Wolle oder Mohair verursacht wird.

 

3 | Lüften

Nach dem Tragen darf das gute Stück an die frische Luft. Denn dank der schmutz- und geruchsabweisenden Eigenschaften der Wollfaser reicht es aus, den Pullover einige Male zu lüften, bevor man ihn wäscht. Am besten funktioniert es in feuchter Nachtluft, da so Falten und Gerüche verschwinden. Alternativ kann man im Bad die Dusche heiß aufdrehen und den Wollsachen im Dampf über Nacht die Möglichkeit zum Lüften ermöglichen.

 

4 | Mit Dampf reinigen

Es soll ein bisschen mehr sein? Dann könnt ihr Pullover auch mit den kleinen Dampfreinigern für Wäsche auffischen. Aber Vorsicht! Nur ganz leicht über die Wolle gehen und nicht zu heiß, damit sie nicht verfilzt! Der feuchte Dampf lässt die Haare der Wolle wieder lebendig werden und desinfiziert zusätzlich.

 

Pullover pflegen

 

Danach benutze ich gerne ein Spray für einen frischen Geruch. Ich  benutze das Wool + Cashmere Spray von The Laundress. Es entfernt Gerüche, hat antibakterielle Eigenschaften plus eine natürliche Mottenabwehr.

Da es relativ stark ist, benutze ich es nur ganz sparsam und lüfte des Wollkleidungsstück danach.

the laundress

5 | Handwäsche bei Bedarf

Ok, manchmal reicht Lüften und Dampf einfach nicht mehr und dann braucht der Pullover eine Wäsche.

 

Wollesachen pflegen

 

Füllt ein Waschbecken mit warmem Wasser und fügt zum Waschen ein mildes Wollwaschmittel dazu – aber bitte keinen Weichspüler, da dieser die empfindlichen Wollfasern beschädigt.

Bleiche und heißes Wasser sind ebenfalls ein NoGo!

Vorsichtig alle Flecken mit den Fingern einreiben und für etwa 5 Minuten einweichen. Anschließend unter fließendem, lauwarmem Wasser sehr gründlich ausspülen. Zum Trocknen wird der Pulli auf einem großen Handtuch flach ausgelegt und mit dem Handtuch zusammen gerollt. Das Handtuch saugt das überschüssige Wasser auf. Bitte niemals auswringen!

Jetzt müssten eure Wollsachen für die nächsten Wochen wieder frisch sein. Und nicht vergessen: Wenn es dann doch irgendwann mal wieder warm wird und ihr die Winterpullover wegräumt, dann müssen sie vorher unbedingt gewaschen oder gereinigt werden. Denn sonst bereitet ihr den Motten ein tolles All-you-can-eat-Buffet!

Pillig auf Pullover

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