Wäsche richtig waschen – welche Waschmittel braucht man wirklich?

Ich gehe mal davon aus, dass so ziemlich jeder meiner Leser Wäsche waschen darf, äh muss. Wer in der wunderbaren Lage ist, dies nicht tun zu müssen, der hat ziemliches Glück, eine tolle Haushälterin oder gehört der britischen Königsfamilie an (oder anderem europäischen Hochadel – „Hello to all princesses, princes, queens and kings!“. Wobei ich mir gut vorstellen kann, dass selbst Kate die Waschmaschine regelmäßig füllen muss). Der Rest der Welt müht sich Woche für Woche mit dieser Sisyphos-Aufgabe. Letztes Jahr hatte mich dpa dazu interviewt und irgendwie hatte ich ganz vergessen, euch meine Tipps noch mal auf dem Blog zusammen zu fassen.

Und macht euch auf was gefasst, denn heute geh ich mal so richtig ins Detail! Quasi für Wäschenerds!

Welche Waschmittel gibt es und was braucht man wirklich?

Wäsche waschen, sortieren, zusammenlegen, wegräumen, anziehen und alles von vorne. Ja, und neben der ewigen Sortiererei, wollen wir natürlich für unsere Kleidung nur das Allerbeste – sprich das perfekte Waschmittel. Was nehme ich für weiße Wäsche? Was für Seide? Wenn man die Regale mit Waschmitteln im Drogerie- und Supermarkt abschreitet ist man verwirrt. Auch die Werbung vermittelt den Eindruck, dass man für jede Wäscheart ein spezielles Mittel braucht.

Genau da fängt das Problem an: Wer hat z.B. genug dunkle Seidenartikel, um damit eine Waschmaschine sinnvoll zu füllen? Wenige. Dasselbe gilt für viele der angebotenen Spezialwaschmittel. Am Ende verstauben die Flaschen im Regal und werden irgendwann (hoffentlich umweltgerecht) entsorgt.

Aber eigentlich ist es ganz einfach:

Drei Waschmittel reichen in der Regel aus

1. Vollwaschmittel

Für Baumwolle und Kunstfasern helle bis mittlere Farben 30- 95°C

Form: Pulver

Waschpulver

2. Feinwaschmittel

für alle waschbaren Fasern bunte Farben kalt- 60°C

Form: Pulver oder Flüssig

Feinwaschmittel

3. Wollwaschmittel

Feinwäsche, Seide und Wolle, kalt- 30°C (auch Handwäsche)

Form: Flüssig

Auf Weichspüler sollte man besser verzichten. Er ist aus ökologischer Sicht bedenklich, weil zu viele Rückstände über das Abwasser in die Kläranlage gelangen.

Bei der Benutzung eines Vollwaschmittels sollte man im letzten Spülbad eine Säure verwenden, um die Wäsche zu neutralisieren. Das kann einen Spülzyklus einsparen und schützt die Wäsche. Ihr wisst ja, dass ich ein ganz großer Fan von Zitronensäure bin und sie ist hierfür eine umweltgerechte und günstige Lösung!

Welches Waschmittel wofür

Wie dosiert man Waschmittel?

Jetzt wird es spannend! Die Maschine ist befüllt – jetzt fehlt nur noch das Waschmittel. Einmal den Messbecher bis oben hin füllen und rein damit? Wenn man die Dosieranleitung studiert gibt man bald auf – oder sagen euch die Angaben auf der Verpackung des Waschmittels etwas? Verschmutzungsgrad??? Wasserhärte???? Milliliter oder Gramm??? Messbecher????  Wird das Waschpulver nämlich einfach Pi mal Daumen dosiert, gelangt meist unnötig viel davon in die Wäsche. Das belastet nicht nur das Budget und die Umwelt, sondern kann sogar die Waschmaschine beschädigen.

Jetzt wird es für alle, die es mal ganz genau wissen wollen, etwas mathematisch. Meine Anleitung für Wäschenerds:

Grundsätzlich sollte man das Waschmittel nach der tatsächlichen Beladung (Gewicht der Kleidungsstücke) berechnen. Um das Wäschevolumen pro Ladung vergleichen zu können, wird es in Kilogramm gemessen. Wer will, kann die einmal Wäsche wiegen, um ein Gefühl für das tatsächliche Gewicht zu bekommen. Die Größe der Waschmaschine ergibt nämlich keine realistische Aussage, weil es kaum möglich ist das maximale Gewicht zu erreichen und die Maschinen auch nicht zu voll beladen werden sollen. Die Dosierungsangaben auf den Verpackungen gehen von einer normal gefüllten Wäschetrommel aus, die rund fünf Kilogramm trockene Wäsche beinhaltet. Die Hinweise zu Wäschemengen in Kilogramm sind jedoch verwirrend, da sie nichts darüber aussagen, wie voll die Trommel tatsächlich ist, wenn sie mit genau 5 Kilogramm befüllt wird. Denn natürlich unterscheiden sich Textilien wie beispielswiese Handtücher, Socken und Seidenhöschen in ihrem Volumen.

Welches Waschmittel wofür

Wenn wir die Maschine optimal beladen gilt für die Wäschearten:

Handtücher, Bettwäsche, Tischtücher und Unterwäsche:   100% Volumen = ca. 75% Gewicht

Oberbekleidung, Hemden, Blusen, Hosen, Röcke usw:   75% Volumen= ca. 50% Gewicht

Feinwäsche, Wolle und Seide:   50% Volumen= ca. 25% Gewicht

Pflegeempfehlung

So jetzt haben wir einen ungefähren Eindruck, was unsere Ladung Handtücher so wiegt und wieviel Waschpulver wir dafür brauchen. Wichtig ist jedoch, dass wir die Waschmaschine mit dieser Ladung Handtücher nicht komplett voll machen. Denn für den Wascheffekt ist ausreichende Bewegung der Textilien in der Trommel wichtig, womit wir bei dem bereits erwähnten Volumen der Textilien sind. Wichtig ist, dass oben in die Trommel noch eine Hand hochkant hineinpasst, wobei die Wäsche locker in der Trommel liegen sollte und durch die Hand nicht hinunter gedrückt werden soll.

Luft in der Waschmaschine

Also noch mal in einzelnen Schritten:

Wir wollen eine Ladung Handtücher waschen.

  • Nehmt sie und packt sie in die Maschine, so dass oben noch Luft ist.
  • Holt sie wieder raus und wiegt sie probehalber, damit ihr wisst, wie schwer so eine Ladung ist. Denn die Dosierung sollte dann nach dem tatsächlichen Gewicht der Wäsche berechnet werden.
  • Schaut, wie schmutzig sie ist
  • Überlegt, wie hart oder weich euer Wasser ist
  • Rechnet das Waschmittel anhand der Angaben (oder im Internet) der Verpackung aus

Ein zusätzliches Hilfsmittel bei der Bewertung der richtigen Waschmittelmenge ist die Schaumbildung. Haha, jetzt wird es wirklich ganz genau! Im Hauptwaschzyklus sollte Schaum nicht höher als 5-10 cm in der Waschmaschine sein. Dabei hat man die optimale Waschwirkung und die Maschine läuft perfekt. Gibt es zu viel Schaum, wird die Wäsche nicht richtig sauber und es bleiben nach dem Spülen Waschmittelreste in der Wäsche (Gefahr von Hautirritationen, Beschädigung der Wäsche). Wollt ihr nur eine halbe Ladung waschen, braucht ihr auch nur die halbe Dosierung, die auf der Packung angegeben ist. Umgekehrt muss die Dosierung entsprechend erhöht werden, wenn man mehr als die üblichen fünf Kilo waschen möchte.

Und dann gibt es auch noch Faktoren wie Wasserhärte und Verschmutzungsgrad … Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, schaut im Internet nach Dosierrechnern der einzelnen Waschmittelhersteller.

Waschpulver Vollwaschmittel

Flüssig- oder Pulverwaschmittel – was ist denn nun besser?

Die meisten Waschmittel gibt es in flüssiger Form und als Pulver. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Flüssigwaschmittel sind besser zu dosieren und sind sauberer bei der Verwendung (bei Pulver hab ich immer kleine Häufchen überall). Pulver haben einen andere Pluspunkt: Sie reinigen besser als flüssige Waschmittel. Sowohl für Vollwaschmittel als auch Colorwaschmittel werden Flüssig- und Pulver-Varianten angeboten. Ein Vollwaschmittel nimmt man besser in Pulverform, da das Flüssigmittel enthält keine Bleichmittel enthält, sondern nur optische Aufheller. Dies führt mit der Zeit durch zum Vergrauen der Wäsche.

 

Was hat es mit der Bleiche auf sich? Ist die Bleiche sinnvoll?

Es gibt viele Fleckrückstände, die nur mit Bleiche entfernt werden können. Es handelt sich in der Regel um Farbpigmente: Kaffee, Tee, Beeren, Rotwein, Fruchtsäfte usw.

Vollwaschmittel enthalten immer Bleichmittel. In modernen Waschmittel handelt es sich immer um Sauerstoffbleichen, die völlig unbedenklich sind. Bei der Hauptwäsche wird Sauerstoff abgespalten, der die Bleichwirkung erzeugt. Die Rückstände sind dann Wasser und Sauerstoff. Chlor wird nicht mehr benutzt und darf auf keinen Fall in der Haushaltswäsche verwendet werden, weil die Rückstände  die Bakterien in der Kläranlage töten. Sauerstoffbleichen (Vanish Oxi Action usw.) bei der Vorbehandlung der Wäsche oder in der Waschmaschine sind unbedenklich, aber auch in der Regel nicht wirklich nötig.

Waschmaschinen, die Dosieren können – ist das sinnvoll?

Ja und Nein.

Die vereinfachte Dosierung und richtige Waschmittelmenge sprechen für dieses Verfahren. Da flüssige Waschmittel nicht die gleiche= schwächere Waschwirkung haben, ist das Ergebnis im Vergleich mit dem Pulver- Vollwaschmittel schlechter. Bei Bunt- und Feinwäsche ist das System mit der eingebauten Dosierung gleichwertig bzw. besser. Der hohe Preis für die Maschine und die teuren Waschmittel sprechen dagegen.

Luft in der Waschmaschine

An dieser Stelle kommt noch ein besonderes Dankeschön an Jürgen – den Mann meiner Cousine – er ist in unserer Familie der absolute Wäschespezialist und ihn darf ich immer löchern, wenn es um Chemie, Reinigung und Klamotten geht.

Kommentare

  1. Für mich komnt nur ein Waschmittel in frage, Amway.! Da hat BH und Slip von teueren Firmen, nach wochen nur noch grau ausgesehen. Obwohl die Unterwäsche schneeweiß war.! Wollte ich weck werfen doch meine Freundin sagte bring mal deine Unterwäsche raus ich zeige dir wie man vergraute Unterwäsche wieder weiß bekommt, ich erwidert ja ja du wirst mir schon was erzählen. Sie nachte eine Schüssel mit heißen Wasser und ein Teelöffel Amway Waschpulver, ich war geflasht !!! Es haute mich aus den Schuhen, meine neue so wie alte Unterwäsche BH’s und Slips’s waren alle wie neu… Aus diesem Grund kommt mir kein anderes Waschmittel in mein Haus/Waschmaschine. PPS.: Hinzu kommt das es ökologische abbaubar ist und nachhaltig für unsere Umwelt und hält unsere Waschmaschine am Leben.!!! Vielen Dank Nell

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