Blogliebe Februar: Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit {BlogLiebe #2}

Sabine von was eigenes hat eine wunderbare Aktion gestartet, bei der es um unsere Blogs geht. Sie stellt sich monatlich eine Frage, die wir Blogger ebenfalls beantworten können. Und dieses Mal geht es um das Vergleichen.

Haaaa! Ertappt! Da fasse ich mir mal an die eigene Nase. Denn auch wenn man es besser weiß, dass man es nicht tun sollte, macht man es. Also ich jedenfalls. Ihr seid da bestimmt viel besser ;-). Ja, alle sind darin besser – bestimmt! Seht ihr, schon geht´s los!

Ein Urlaubstag versaut

Ich kann mich noch sehr gut an einen Urlaubstag vor 3 Jahren erinnern, an dem ich auf dem Balkon eines wunderschönen Zimmers saß und durch Instagram scrollte. Und bei ein, zwei meiner Blogger-Kolleginnen hängen blieb. Waaaaaaaaaaaaaaaas???? – 20.000 Follower?! Woher kommen die denn alle? Und warum sind die nicht bei mir? Ein paar Minuten später war klar, dass ein großer Teil sehr gut Arabisch oder Urdu spricht … Aha, alles klar. Und trotzdem war ein kleiner bohrender Neidgedanke. Denn wir alle wissen ja: Bei Instagram zählt nur eins: die Followerzahl. Da gucken alle drauf und danach wirst du bewertet. Und Instagram ist mit Abstand mein schlechtester Kanal! Ich ärgere mich heute noch über mich selbst, dass ich mir den wunderschönen Nachmittag habe verderben lassen von einer Zahl, die noch nicht einmal real, sondern gekauft war.

Vamos Reisen Irina Mare

Ja, zack, so schnell bewahrheitet sich der Satz: Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

Besonders schlimm ist es bei mir, wenn es mal – sehr subjektiv betrachtet – nicht so gut läuft. Wenn die gesamte Wohnung im Chaos versinkt, dann leben natürlich alle in dieser tollen aufgeräumten Wohnwelt, die skandinavisch clean ist. Wenn ich mal wieder jede Menge Kooperationsabsagen bekomme, dann haben natürlich ALLE Kolleginnen mehr als ich. Wenn ich wochenlang mit Migräne kämpfe, dann sind alle anderen unglaublich viel produktiver und mein Blog wird einschlafen und niemand wird mich vermissen. Ja, so isses. Der Neid geht nahtlos in großes Selbstmitleid über.

Alle haben Alltag

Aber ganz ernsthaft: Wenn es mal wieder ganz arg schlimm mit diesem Selbstmitleids-Neid-Gedöns wird, dann halte ich mir folgendes vor Augen: Alle, auf die ich in dem Moment neidisch bin, haben die selben alltäglichen Dinge zu erledigen, hängen auch in Telekomwarteschleifen, stehen im Stau oder haben Durchfall oder eine fiese Blasenentzündung. Vielleicht leben sie in einer unglücklichen Beziehung, haben Kinder, die sitzenbleiben, eine schreckliche Schwiegermutter oder kämpfen mit Depressionen.

Kein Leben ist glatt. Wir sehen immer nur Ausschnitte und bilden uns darüber unsere Meinung. Nur wenige haben den Mut zuzugeben, dass es gerade nicht gut läuft – und wenn, dann oft nur im Rückblick.

Ganz ehrlich: Ich bewundere Menschen, die nicht neidisch sind – da muss ich wirklich noch an mir arbeiten! Ich bin selbstbewusst und weiß sehr gut, was ich kann. Aber manchmal schleicht er sich doch noch gerne rein, der kleine grüne Neid. Wenn ich mir das bewusst mache, dann kann ich es mittlerweile sehr gut stoppen.

Und hey, wenn man schon neidisch sein möchte, dann bitte auf die Richtigen: Wie wärs mit Meghan Markle? Die Haare, die Figur, die Kleider, das Haus … aber bestimmt ist ihr morgens unglaublich übel oder die Diener lästern über sie …

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