Die Waschmaschine ist der Übeltäter? Warum man Funktionskleidung eigentlich nicht mehr waschen sollte und was ein Guppybag ist

Habt ihr eine Idee, wie oft die Waschmaschine im Jahr in Europa läuft? 36.000.000.000 Mal!

Das ist schon an sich eine wirklich beeindruckende Zahl und ziemlich viel Wasser, das da durch die Maschinen gespült wird. Aber darum geht es heut nicht. Ich erzähl euch heute etwas über die minikleinen Partikel, die dabei ins Meer gespült werden! Ich weiß schon eine ganz Weile, dass viele konventionelle Pflegeprodukte wie Seife, Duschgel oder Gesichtspeeling Mikroplastik enthalten. Böses Zeug, das bei uns nicht mehr verwendet wird. Aber etwas ist noch viel schlimmer als die kleinen Teilchen in der Zahnpasta: Unsere Wäsche! Der Hauptverursacher von Mikroplastik ist unsere Waschmaschine. Und hier wären wir wieder bei den ca. 35,6 Milliarden Waschmaschinen-Ladungen, die wir in Europa waschen. Mit jeder Waschladung mit Synthetikfasern gelangen Unmengen kleinster Partikel ins Wasser.

Ein Team der University of California in Santa Barbara hat errechnet, dass die tägliche, durchs Waschen verursachte Umweltverschmutzung einer 100.000-Einwohner Stadt in etwa 15.000 ins Meer geworfener Plastiktüten entspricht. Für eine Stadt wie Berlin bedeutet das 500.000 Plastiktüten – jeden Tag.

Mikroplastik ist deshalb so gefährlich, weil sich an diesen kaum sichtbaren Partikeln unter einem Millimeter Größe giftige organische Stoffe anlagern. Da Mikroplastik so klein ist, wird es von Filtrierern und Zooplankton häufig mit Nahrung verwechselt und aufgenommen. So gelangen dann Plastik und Giftstoffe in die Nahrungsketten der Tiere und Menschen. Wir dürfen uns also nicht wundern, dass unser Wasser immer voller mit Mikroplastik wird und unsere Lebensmittel und das Leitungswasser ebenfalls! Schon jetzt ist das Mikroplastik überall und wurde von Prof. Gerd Liebezeit von der Uni Oldenburg beispielsweise in Honig, Leitungswasser und Bier nachgewiesen.

 

Guppyfriend

 

Aber woher kommt das Mikroplastik?

Aus unseren Klamotten! Aus unserem Fleeceschal, der Yoga-Funktionshose, der Trekking-Jacke!

Aus den tollen Hightechfasern wie GoreTex. Am besten sollten wir ab sofort auf alle synthetischen Kleidungsstücke verzichten und sie vor allem nicht mehr waschen. Keine so gute Idee! Das wirklich fiese an der Sache ist, dass man normalerweise aus Nachhaltigkeitsgründen einfach nichts Neues mehr kaufen und Altes auftragen soll. Tja, das ist nur dann eine Option, wenn wir die Sachen zwar tragen, aber nicht mehr waschen. Örgs.

Also was tun?

Alles wegwerfen und nur noch natürlichen Materialien kaufen, damit unsere Umwelt weniger belastet wird. Auch keine tolle Möglichkeit. Mein erster Gedanke: Warum baut man in Waschmaschinen keinen zusätzlichen Filtern ein, der die Mikroplastikteilchen auffängt? Tatsächlich wird bereits an dieser Lösung gearbeitet, aber Standard ist es noch nicht.

Also muss eine andere Lösung her! Erst einmal ein paar einfache Tricks:

  1. Vermeide Kunstfasern wie Polyester, Nylon und Acryl und auch Hightech-Fasern wie GoreTex u. ä..
  2. Kaufe lieber Kleidung aus natürlichen Materialien wie Baumwolle, Wolle, Seide, Leinen, die biologisch abbaubar sind, bevorzugen
  3. Wasche Kleidung aus Synthetikfasern möglichst selten
  4. Bei geringen Temperaturen waschen, da es die Fasern schont
  5. Immer die Waschmaschine komplett füllen, da so nicht so viele Fasern ausgewaschen werden
  6. Flüssigwaschmittel statt Pulver nutzen
  7. Kurze Waschgänge nutzen, da je länger man wäscht, desto mehr Fasern werden ausgestoßen.
  8. Schonend schleudern, mit weniger Umdrehungen
  9. Leere das Flusensieb von Waschmaschine und Trockner niemals in den Abfluss
  10. Die Zugabe von Weichspülern könnte zu mehr gelösten Fasern führen. Lass den Weichspüler also sicherheitshalber lieber weg.

Guppyfriend, my new friend!

Aber was mache ich nun mit der Yogahose? Oder dem Sportshirt? Bei meiner Recherche bin ich auf Guppyfriend gestoßen. Das ist ein Beutel, der Mikroplastik auffängt. Einfach die synthetische Wäsche hineinlegen, zumachen und wie üblich waschen. Die Mikroplastik-Partikel sammeln sich nun im Beutel an. Nach dem Waschgang herausholen und entsorgen – natürlich nicht ins Abwasser!  Der GUPPYFRIEND ist aus hochqualitativen Polyamiden hergestellt und lässt sich am Ende seiner Nutzung vollständig recyceln.

 

Guppyfriend

 

Wie bekomme ich die Fasern aus dem Beutel und wohin damit?

Die abgebrochenen Fasern sammeln sich auf Dauer in den Ecken und an den Kanten. Da sie wirklich mikro-klein sind (wie der Name ja schon sagt), dauert es bei mir ca. 3-5 Waschladungen, bis man sie sieht. Wenn sich genug Mikrofasern gesammelt haben, nimmt man sie mit den Fingern aus dem Beutel und entsorge sie. Da in Europa der Müll meist verbrannt wird, ist die Entsorgung über den Hausmüll am sinnvollsten.

Welche Kleidung gibt die meisten Mikrofasern ab?

Meine Yogahose sieht wirklich harmlos aus. Aber ist sie das denn? Der Blick auf das Waschetikett zeigt mir, dass sie tatsächlich ein kleiner Yogawolf im Schafspelz ist und Nylon enthält. Denn jede Kleidung, die aus synthetische Fasern gefertigt wird, verursacht Umweltschäden. Dabei sind Acryl, Nylon und Polyester die Hauptübeltäter. Die Messwerte variieren je nach Quelle. Es ist aber auch gar nicht so wichtig, wie viel genau abgegeben wird. Denn eines ist glasklar: Es ist immer zu viel!

Sollen auch andere Kleidungsstücke mit in den Bag?

Die meisten Kleidungsstücke haben einen  Anteil an Synthetik! Das wusste ich bislang auch noch nicht, aber es können selbst dann synthetische Fasern darin enthalten sein, wenn diese nicht angegeben sind. Die Regeln für Inhaltsangaben auf Waschzetteln sind unterschiedlich und ein Pullover, der mit 100% Wolle ausgezeichnet ist, kann beispielsweise bis zu 10% synthetische Anteile haben – krass oder?! Das ist natürlich nur bei konventioneller Kleidung so, die nicht zertifiziert ist!

 

Guppyfriend

 

Aber ihr könnt auch eure Bio-Kleidung aus reiner Baumwolle und Wolle mit dem GUPPYFRIEND waschen. Warum? Auch Textilien aus natürlichen Materialien verlieren Fasern. Der Beutel reduziert das Abbrechen von Fasern und schützt damit deine Kleidung vor Abnutzung. Du kannst deine Kleidung viel länger genießen – ein weiterer nachhaltiger Vorteil des GUPPYFRIENDs.

Aber der GUPPYFRIEND-Waschbeutel kann nur eine Zwischenlösung für das Plastik-Problem sein!

Wir müssen unser Verhaltensmuster radikal überdenken. Neue Materialien und filterfähige Waschmaschinen müssen entwickelt werden. Bis es soweit ist, wird es noch einige Zeit dauern. Bis dahin ist der GUPPYFRIEND-Waschbeutel die pragmatische und effektive Lösung, um die Plastikverschmutzung in unseren Flüssen und Meeren zu reduzieren.

So, jetzt noch etwas zu meinem Bag: Im Normalzustand ist er wunderbar weiß. meiner hatte einen Waschgang mit einem gelben Shirt, das großzügig Farbe da gelassen hat – deshalb die leiht neonlastige Farbgebung …

Ich habe ihn übrigens selbst entdeckt und gekauft und er ist eine persönliche Empfehlung von mir.

Letzten Urlaub hab ich einen kleinen Film für euch darüber gedreht – man beachte bitte besonders meinen schicken Sonnenbrand 😉

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1 Kommentare

  1. Toller Artikel, das Thema beschäftigt mich auch immer mehr und ich verstehe auch nicht, warum alle den Fokus so auf Kosmetik legen. Eine Frage habe ich aber : woher kommt denn der Tipp mit dem Flüssigwaschmittel? Ich dachte immer, dass Pulver generell besser seien, da man sie niedriger dosieren muss und sie im Verhältnis weniger Verpackung brauchen…

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