Wenn es mal nicht so rund läuft – Organisation und Ordnung bei Krankheit und schwierigen Lebenssituationen

Ich gebe euch ja nun schon seit ein paar Jahren Tipps, wie man sein Leben organisieren und ein aufgeräumteres Leben führen kann. Aber aus eigener Erfahrung und auch aus Mails von euch weiß ich, dass es im Leben oft Herausforderungen gibt, die einen von Dingen wie „Ordnung“ abhalten können – plötzliche gesundheitliche Probleme, chronische Krankheiten, aber auch psychische Einschränkungen. Oft kämpft man an dieser Front schon hart genug und fühlt sich zusätzlich schlecht, wenn das Leben um einen herum immer chaotischer wird. Ich kenne das. Und ich kenne diese Frustration. Oft ist es ja ein Teufelskreis – man fühlt sich schlecht, lässt Dinge liegen und fühlt sich noch schlechter.

Bei mir ist das Äußere unglaublich wichtig, damit ich entspannen kann. Bin ich schlecht drauf, dann kann mich Chaos so aus dem Tritt bringen, dass Außenstehende meine Verzweiflung nicht nachvollziehen können. Da bin ich bestimmt ein bisschen extremer als andere, aber grundsätzlich kämpfen einige mit diesem Problem.
Also was tun?
Man geht davon aus, dass knapp 20% aller Deutschen an einer chronischen Erkrankung leiden. Das reicht von Allergien bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Depressionen. Davon leben beispielsweise mehr als drei Millionen Menschen unter chronischen Schmerzen. Ihr seht, das betrifft wirklich sehr viele Menschen! Und Schmerzen – wer kennt es nicht – machen, dass man zu nichts mehr fähig ist und Haushalt gerne Haushalt sein lassen würde. Aber oft ist das nicht möglich, da eine Familie versorgt werden muss.

Was tun, wenn man krank ist und keine Ordnung halten kann

Also was tun?

5 Tipps um fokussiert seine Aufgaben zu erledigen, wenn man sich nicht 100%ig wohl fühlt.

1. Checklisten

Klingt banal, aber es hilft ganz ungemein, um einen Fokus zu finden und sich die wirklich wichtigen Dinge vor Augen zu halten. Und man kann schnell die Punkte identifizieren, die von anderen Familienmitgliedern übernommen werden können. Besorgt euch ein schönes Heft, einen schicken Block, um eure Listen aufzuschreiben. Tut euch auch hier etwas Gutes. Ihr verdient gerade, wenn es euch schlecht geht, immer nur das Beste!

2. Setzt Prioritäten

Das ist der schwierigste Punkt. Denn normalerweise geht man ja nach Wichtigkeit. ABER: Hier geht es nach Schwierigkeitsgrad – also nach dem Energieaufwand, den man benötigt, um etwas zu erledigen. Markiert alle leichten Sachen auf der Liste grün, alle mittelschweren Sachen orange und alle schwierigen Dinge rot.
Das könnte dann so aussehen:

  • Spülmaschine ausräumen: grün
  • Entschuldigung schreiben fürs Kind: grün
  • Lehrerin anrufen: rot
  • Einkaufen: rot
  • Wäsche sortieren: gelb
  • Steuererklärung fertig machen: rot

Das ist aber ganz individuell, da jeder unterschiedlich belastbar ist.
Mit einem Blick auf die Liste erkennt ihr, dass sie grünen Sachen oft die weniger wichtigen sind. Aber Hand aufs Herz: Wenn ihr euch nicht fit für die Steuererklärung fühlt, dann ist es auch kein Problem sie einen Tag später zu machen. Manchmal ist es aber auch umgekehrt: Die Steuererklärung lässt sich mit einem gebrochenen Bein ganz prima erledigen, die Spülmaschine räumt lieber jemand anderes aus.

3. Perfektion verabschieden

Bad putzen? Manchmal reicht es, es einfach ordentlich und einigermaßen sauber zu halten. Vergesst die Fugen, lasst Kalkspuren Kalkspuren sein und putzt die Fenster, wenn es euch wieder besser geht! Wenn man seinen Perfektionismus verabschiedet und sich einfach den Druck nimmt, dann fühlt sich alles nicht mehr so überfordernd an.
Wenn es mir schlecht geht und die Küche im Chaos versinkt (das tut sie immer!), dann räume ich die Spülmaschine ein, wische die Krümel weg und das wars! Kein Oberflächenschrubben, kein Spüle auf Hochglanz bringen, die Post darf dann einfach mal auf dem Küchentisch liegen und fertig!

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4. Sei lieb zu dir

Achja, das ist bei mir nicht ganz so einfach. Denn wenn ich nicht funktioniere, dann werde ich sauer auf mich – was weder meiner Laune noch meiner Genesung weiter hilft!
Also konzentriere dich auf dich selbst, tu dir was Gutes! Entspanne und helfe dir zu heilen. Sei vor allem geduldig. Bei chronischen Erkrankungen weißt du, dass es gute und schlechte Tage gibt – die guten Tage werden also wieder kommen!

5. Hol dir Hilfe

Spann die Familie ein (und sei geduldig ) oder besorg dir professionelle Unterstützung wie beispielsweise eine Putzfrau. Frag Nachbarn, ob sie mal mit dem Hund gehen oder dir etwas vom Einkauf mitbringen.
Oft werde ich gefragt, ob man mir helfen kann und ich verneine dann gerne, um niemandem zur Last zu fallen. Aber: Sag Ja! Ja, ja, ja! Und überlege dir dabei, wie wenig Aufwand es für dich selbst oft ist, jemandem zu helfen …

Wie ist es bei euch? Kennt Ihr solche Situationen auch? Und wie löst ihr sie? Holt Ihr euch Hilfe oder setzt Ihr euch unter Druck?

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