Ordnung halten ist wie Diät – 2 Wege aus der Motivationskrise, die funktionieren!

Ich gehe mal davon aus, dass der/die ein oder andere schon mal eine Diät gemacht hat. Man verzichtet dabei auf Dinge, die man normalerweise nicht automatisch weg lässt. Man ändert Essgewohnheiten und versucht konsequent den Trott zu ändern, die sich über Jahre eingeschlichen hat. Die Chips beim Netflixabend, die bequeme Aufbackpizza, die tröstenden Sahnenudeln – seien wir doch mal ehrlich: Wir wissen, dass die Sachen nicht gesund sind und auf der Hüfte landen und trotzdem liegen sie regelmäßig auf unseren Tellern. Also an mangelndem Wissen liegt es schon mal nicht. Wir kennen die gesunden Buddha-Bowles und leckeren grünen Smoothies, die uns in Magazinen, auf Instagram und Co. gezeigt werden. Und warum stellen wir uns abends nicht noch mal in die Küche und kochen uns ein leckeres Gericht mit magerem Hühnchen und Ofengemüse?

Ich kann´s euch verraten: Bequemlichkeit!

Dasselbe Problem haben wir auch mit dem konsequenten Ordnunghalten: Wir sehen diese ganzen wunderbaren Bildern von organisierten Kleiderschränken, Küchenregalen und minimalistischen Wohnzimmern und nehmen uns vor, dass es bei uns in Zukunft genauso aussehen wird. Kein Spielzeug auf dem weißen Sofa, keine Kekskrümmel unter dem Küchentisch, das Bett ist militärisch ordentlich gemacht und der Keller für eine Homestory bereit.

Wie nach einer nächtlichen Fressatacke nach drei Tagen magischer Kohlsuppe, sieht das Bad nach einer Woche doch wieder schmuddelig aus, in der Küche stapeln sich Unterlagen auf der Anrichte und der Hund kaut auf einem Gürtel, der zum Mantel gehört, den man über einen Sofasessel geworfen statt an der Garderobe aufgehängt hat.

Und auch hier ist das Problem in der Regel kein Mangel an Wissen! Wir wissen alle, dass man nach dem Essen die Küche direkt aufräumen sollte. 15-minütiges Aufräumen des Hauses, nachdem die Kinder ins Bett gegangen sind, statt sofortigem Entspannen auf der Couch.

Aber es ist soooooooooooooooo viel bequemer! Habe ich Recht?

Die Lösung

1. Vorbereitung ist alles!

Ich komme noch mal auf das Thema Diät zurück. Und bevor hier jetzt eine Diskussion zu Bodyshaming und „du siehst doch super aus“ beginnt, zwei persönliche Worte dazu.

Wer den Blog regelmäßig liest, weiß, dass es mir letztes Jahr gesundheitlich sehr schlecht ging. Und nachdem sich alles wieder eingependelt hatte und ich wieder fit und munter arbeitete und bloggte, stellte meine Ärztin fest, dass meine Blutwerte UNTERIRDISCH sind. Blutfettwerte, Hormone, Vitamin D-Mangel und einiges mehr – eine richtig breite Palette. Ihr Befehl (ja, ich habe eine Ärztin die sehr überzeugend sein kann): Ernährung umstellen, abnehmen! Und zwar sofort!

Da ich meines Erachtens eigentlich schon relativ gesund gegessen habe, war ich erst mal etwas konsterniert, aber motiviert. Die ersten Tage liefen super, die zweite Woche gut, die dritte mittelgut und danach lagen dann doch wieder Schokolade, Waffeln und Würstchen auf meinem Teller. Woran lag es? Drei Mal dürft ihr raten! Wenn der Liebste kocht, dann mache ich mir nichts Extra (und er kocht nicht vernünftig), wenn ich unterwegs bin, dann esse ich gerne etwas Ungesundes auf die Hand und beim Frühstück im Büro bin ich morgens einfach zu müde, um irgendwas Gesundes einzupacken.

Ich bin bequem und bin eine faule Socke!

Ich möchte in den Kühlschrank greifen und wenn die Hand wieder hinauskommt, dann ist was Gesundes drin!

Buddha bowl

Also überliste ich mich selbst und denke/arbeite voraus. Ich koche und bereite einen Haufen gesundes Essen vor. Ab in den Kühlschrank und die nächsten Tage kann ich gemütlich und faul sein.

Mach es dir leicht!

Und genauso funktioniert das Ordnung halten. Leider kann man nicht im Vorhinein aufräumen, aber man kann Bedingungen schaffen, die die Bequemlichkeit unterstützen. Fliegt beispielsweise die Handtasche immer durch die Wohnung, dann braucht sie einen hübschen Haken DIREKT an der Haustür. Spielzeugchaos im Wohnzimmer? Ein großer Korb mit Deckel, in den alles einfach hinein geworfen wird, schafft schnell Ordnung und nichts muss einzeln einsortiert werden.

Breite alles so im Haushalt vor, dass es einfach ist! Keine komplizierten Aufbewahrungsmöglichkeiten, keine langen Wege!

Aber es funktioniert auch umgekehrt. Es gibt Forschungen, in denen lange und breit getestet wurde, warum der Mensch so bequem ist und gerne Dinge vor sich her schiebt. Es ist ganz einfach. Für manche Aktionen (ich kenne das vom Thema „zum Sport gehen“) braucht eine Anfangsaktivierung. Man muss, also Energie aufwenden, damit man sich bewegt – so wie in der Physik. Das machen wir aber alle nicht gern, da der Mensch entwicklungstechnisch auf Energiesparmodus eingestellt ist. Also lieber gemütlich im Netz surfen, als die Energie aufwenden, aufzuräumen.

Nun müssen wir aber dann doch tatsächlich unseren evolutionär faulen Schweinehund besiegen und doch ein bisschen Haushalt machen. Und da greifen wir doch einfach in die Trickkiste:

Du schaust lieber Fernsehen als die Wäsche zu waschen? Dann verstecke die Fernbedienung in einem anderen Raum, am besten auf einer anderen Etage. So muss man deutlich mehr Aufwand erbringen, um sich abzulenken und man bleibt fokussiert.

Sorge einfach dafür, dass der Aufwand an Energie für das Angenehme/Bequemere höher ist als für das Unangenehme.

Lieber Möhren knabbern als Chips? Möhren in den Kühlschrank, Chips auf den Dachboden …

 

Wege im Hirn bahnen

Alles, was man automatisch macht, ist leicht!  Gewohnheiten in unserem Leben sind die allerbesten Tricks. Das hat nichts mit permanenter Motivation zu tun! Es ist ganz einfach: Fragst du dich jeden Tag, ob du deine Zähneputzen möchtest oder nicht?  Nein, das machst du morgens und abends automatisch. Gurt anlegen im Auto – automatisch. Schlafanzug anziehen – automatisch. Tisch decken – automatisch. Bei diesen Sachen überlegen wir nicht groß, wägen kein Pro und Contra ab.

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Immer wenn wir so etwas automatisch tun, dann bewegen sich elektrische Signale in unserem Hirn Bahnen entlang von Neuron zu Neuron. Je häufiger und regelmäßiger wir bestimmte Dinge durchführen, desto stärker wird die neuronale Verknüpfung. Die Wege im Hirn sind gebahnt und das, was schwer war, wird einfach.

Wenn ihr also gerne ein ordentliches Schlafzimmer haben möchtet, dann macht jeden Morgen nach dem Aufstehen und Lüften euer Bett. Jeden Tag, jeden Morgen. Am Anfang wird es lästig sein, aber wenn sich in eurem Hirn die „Bettenmach-Bahn“ eingeprägt hat, dann wird es flutschen. Einfach so. Wie das Zähneputzen!

Und wie ist das bei euch: Welche Tricks benutzt ihr?

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