Unter Dampf! Dschungelcamp … äh Bügelcamp für Sabine

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Wenn man einen Beitrag übers Bügeln verfassen möchte, sucht man natürlich erst mal nach einem runden und positiven Einstieg. Das habe ich natürlich auch getan, um immer wieder bei folgendem Gedanken hängen zu bleiben:

Bügeln? … %&00&%$!!!

Ich habe wirklich alles probiert: Die historisch verklärte Variante mit meiner Oma am Bügelbrett, die mir wunderschöne Geschichten aus ihrer Kindheit erzählt. Tatsächlich habe ich meine Oma früher entweder in ihrer Miniküche stehend oder am Bügelbrett erlebt. Wo sie stundenlang Wäsche einweichte, befeuchtete und fluchte. Und wenn sie abends beim Schimpfen fernsehen wollte, dann wurde auf dem Esstisch eine Wolldecke ausgebreitet und weiter ging es mit einem Bügeleisen, das das Wort „Dampf“ noch nie gehört hatte.

Dann die „meine erste Wohnung, meine erstes tolles Bügeleisen“-Variante. Auch hier funktioniert kein verklärter Blick. Mein Bügeleisen war alt und gebraucht und mein damaliger Freund brachte seine Hemden in die Reinigung, da er sich mit meinem Bügelergebnis nicht ins Büro traute. Einzig die Mangelmaschine seiner Mutter konnte mich zeitweise begeistern. Durch sie jagte ich während meiner Studienzeit so ziemlich alles, was ich platt gewalzt haben wollt. Bei Blusen klappte das nur mäßig gut …

Ihr seht: Das Bügeleisen und ich sind keine Freunde.

Auch heute noch nicht.Bügeln ist wie Spinnen essen (würde ich tun, aber ohne Freude).

Und dann kommt tatsächlich eine Anfrage aus Frankreich von Tefal (wusstet ihr, dass Tefal eine französische Marke ist?) zum Thema Bügeln. Passt ja eigentlich vom Thema ganz prima, da wir ja alle einen perfekten Kleiderschrank mit gepflegten Kleidungsstücken haben möchten – und dazu gehört halt auch, dass wir keine Knitterblusen tragen.

Haha!

Ich mag Bügeln nicht. Bei mir werden die Sachen aufs Brett geklatscht, mit dem Bügeleisen drüber gehuscht und mit einem mittelmäßigen Ergebnis in den Schrank gehängt.

Dabei sehe ich dann so aus:

Nicht werbewirksam.

Tefal hat mich am Bügelbrett weinen gehört. Denn wie anders kann man sich erklären, dass letzte Woche ein Paket vor der Tür stand?

Woow.

Da fühlte sich mein kleines verkalktes Dampfbügeleisen gleich mal eine Runde minderwertig.

Aber ich bin weiterhin misstrauisch. Denn auch Johnny Depp macht Splatterfilme nicht attraktiver.

Also, vor mir steht kein profanes Bügeleisen, nein vor mir steht ein „Trommelwirbel“: Dampfgenerator!

Hui. Das klingt nach Eisenbahnromantik und nach „ich werfe den Dampfgenerator an, um die Seilbahn zu betreiben“: Und danach, als ob man eine eigenen Betriebserlaubnis dafür bräuchte.

Ich bin schwer beeindruckt und lerne erst mal, dass drei Arten von Bügel-Produkten gibt: Bügeleisen (kenne ich), Hochdruck-Dampfgeneratoren und anderen Geräten, die sich ebenfalls „Dampfgeneratoren“ nennen, die aber irgendwas anderes sind (aber dazu gleich mehr).

Nun, Bügeleisen sind mir bekannt. Sie haben einen integrierten Wassertank und der von ihnen erzeugte Dampf beträgt nie mehr als 60g/min. Nicht wirklich viel. Ich will ja superduper glatte Wäsche in Nullkommanix!

Dann gibt es noch die Pseudo-„Dampfgenerator“ Das sind eigentlich Bügeleisen mit einem großen Wassertank:

Durch ihr Kabel wird Wasser geleitet und kein Dampf. Das Wasser heizt sich erst beim Kontakt mit der Bügelsohle auf, so wie auch bei einem Bügeleisen. Wenn es keinen separaten Dampferzeuger gibt, bezieht sich die Barzahl auf den Wasserpumpendruck. Ich lerne: Wenn ich ein neues Bügeleisen kaufen möchte, muss man ein bisschen aufpassen und vergleichen, damit man nicht auf „Tutalsob“-Produkt herein fällt.

Es gibt wohl einen ganz einfachen Trick, um einen echten Dampfgenerator von einem zu unterscheiden, der nur so tut: Er hat einen Dampferzeuger, der ein Mindestvolumen und -gewicht voraussetzt. Bei Produkten, die weniger als 3 kg wiegen und die um einiges kleiner als der Durchschnitt sind, muss man davon ausgehen, dass sie keinen Dampferzeuger haben und deswegen nichts anderes als ein großes Bügeleisen sind.

Einen echten Dampfgeneratoren oder Dampfbügelstationen, erkennt man durch folgende Hauptmerkmale aus:

  • Sie erzeugen Hochdruckdampf mittels eines Dampferzeugers, der sich in einem separaten Versorgungssockel befindet. Dieser unter Druck stehende Dampf dringt tief in die Gewebefasern ein und erzielt daher viel schneller als ein klassisches Bügeleisen im Handumdrehen perfekte Ergebnisse.
  •  Der Druck dieses Dampfes wird in Bar gemessen. Je mehr Bar, desto höher der Druck (bis 6,5 Bar).
  • Ein großer separater Wassertank für unterbrechungsfreies Bügeln.

Sooo, wieder was gelernt. Nun zur Praxis.
Aber was mich jetzt wirklich interessiert: Kann das Dampftierchen auch wirklich was?

Also hab ich mich voll Freude (haha) und mit Skepsis ans Werk gemacht und all das heraus gesucht, das ich schon lange von Rechts nach Links schiebe, da es einfach ganz unangenehm zu bügeln ist.

Mein kleines Bügelbrettchen sieht etwas mickrig aus neben der neuen Station.
Der erste Eindruck: Huiiiiiiiii.
Der zweite Eindruck: Dampf! Viel Dampf!
Ich dampfe alles ein, was mir unter die Finger kommt – ein bisschen so wie damals mit der Wäschemangel. Ich beginne bei einfachen (sich immer rollenden) Küchentüchern.

Glatt wie eine Spiegelfläche.
Bettwäsche. Glatt.
Sets (die sind grausam, da sie nie wieder so aussehen wie gekauft): Glatt

Ich muss gestehen, ich bin schon ein bisschen begeistert. Ähhhm, also soweit mich Bügeln begeistern kann.
Es geht schnell. Viel schneller als gewohnt. Und das ist wirklich toll, denn so schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe: Ich habe glatte Wäsche und ich muss dafür weniger Zeit aufwenden und kann das Bügelbrett schneller dahin packen, wo ich als liebstes stehen habe: in den Schrank!

Mein Fazit: Cool. Besonders für Menschen, die nicht gerne Bügeln. 🙂

Nachtrag: Jetzt hab ich doch wirklich alles durchgebügelt – sogar die Bettwäsche. Hallo??? Die Bettwäsche!!!

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