5 Tipps für eine entspannte Kreuzfahrt

5 Tipps für eine entspannte Kreuzfahrt

Ohhhhh, man glaubt es kaum, aber ich war auf einer Kreuzfahrt! Bis vor kurzem hatte ich noch Stein und Bein geschworen, dass nienieniemals so was machen werde – das ist was für alte Leute und Menschen, die sonst keine Ideen mehr für ihr Leben haben. Also: Neverever!

Nun wollte ein amerikanischer Veranstalter aber unbedingt den Popstar auf einer Cruise. Dazu muss man sagen: Cruise ist ein Gruselwort bei Künstlern, da man meist für eine Saison dauerhaft gebucht wird und niemals wieder vom Schiff kommt und das Publikum und überhaupt … Aber der Veranstalter drückte alle Knöpfe beim Popstar und so musste er nur für 10 Tage festen Boden verlassen und seine Liebste (also ich) durfte mit. Naaaaaa guuut ….

Also einmal Kreuzfahrt ab Venedig. Im Vorfeld hab ich alter Schisser mir alle möglichen Sorgen gemacht – so von wegen Übelkeit und Fischefüttern, Platzangst und allem anderen Möglichen und Unmöglichen. Ich hab jede enge rumgegoogelt und eine ganze Reihe Tipps gelesen, die im Rückblick zum teil echt seltsam waren.

Blick auf Dubrovnik - bei der Rückfahrt zum Schiff

Deswegen habe ich euch meine ganz persönlichen Tipps und Infos zusammengestellt, die euch vielleicht bei der Reiseplanung helfen könnten. Sie sind absolut selektiv und es gibt bestimmt noch jede Menge anderer Tricks, die man aber auf jeder Kreuzfahrtwebseite finden kann. Und: ich war auf einem amerikanischen Schiff. Das ist wohl noch mal ein Unterschied zu europäischen Linien…

1. Die Temperatur

Es ist immer kälter als man denkt 🙂
Draußen herrscht immer ein Lüftchen (außer man ankert in der Karibik in der Badewanne) und der Bikini war bei mir des öfteren mit Gänsehaut dekoriert. Eine Tunika ist da perfekt, um sich ab und an mal wieder auf zu wärmen. Übrigens weiß ich jetzt auch, was eine Cruisecollection ist 🙂

Drinnen war es auf unserem Schiff übrigens nicht besser! Unsere Kabine hätte auch Tiefkühlwaren transportieren können. Die Klimaanlage war einfach auf amerikanische Bedürfnisse eingestellt und lief auf Dauerbetrieb. Da man sie nicht ausschalten konnte, war dies mein allerliebster Reisebegleiter.
Ist sie nicht supersüß?

Dabei hatte ich diese wunderbare Schlafbrille mit Lavendel übrigens nicht, weil ich immer damit schlafe, sondern weil ich ein komisches Gefühl wegen meines Schlafkomforts hatte (Schisser, s.o.)

2. Gepäck

Aufleber drauf, Schildchen dran, Markierungsband drumherum, GPS rein – was auch immer euch einfällt, um eure Gepäck zu markieren: Tut es. Denn es wird nicht nur am Flughafen das übliche Procedere durchlaufen, sondern immer wieder heimatlos irgendwo rumstehen. Am Hafenterminal, vor dem Schiff, im Schiffsgang … Vielleicht habt ihr Glück und es findet ohne euer aktives Zutun in eure Kabine (selbst tragen darf man es leider nicht), vielleicht macht ihr es auch einfach mir nach und sucht es auf allen Decks in einem lustigen Suchspiel.

Solltet ihr zu mehreren Personen reisen, dann teilt euer Gepäck auf. Nicht alles für eine Person in einen Koffer, sondern kräftig mischen. Denn:Geht auf dem Flug ein Gepäckstück verloren, dann besteht eventuell keine Chance, es euch an Bord nachzuliefern. Und es wäre doch einfach schön, noch ein Ersatzhöschen dabei zu haben …
Sollte euch tatsächlich ein Koffer abhanden kommen, dann schreit laut. Ganz laut! Erklärt der Airline, dass ihr auf eine Kreuzfahrt geht und jetzt naggisch seid. Und dann geht ihr noch schnell auf Kosten der Airline shoppen 🙂

3. Fischefüttern

Die meisten können den Begriff „Fischefüttern“ bestimmt übersetzen: Hier geht es um das unschöne Thema Seekrankheit. Im Vorfeld bekamen mein Liebster und ich eine Mail vom Veranstalter: Bitte besorgt euch ein Pflaster für hinters Ohr, da Künstler nicht wegen Übelkeit ausfallen sollten. Ich googelte und fand gleich das richtige Produkt – verschreibungspflichtig. Ich bin ja bis dahin davon ausgegangen, dass der gute alte Reisekaugummi ausreichen wird – im schlimmsten Fall sollte eine Vomex rein.

Herr Google teilte mir außerdem mit, dass Reiseübelkeit ganz arg schlimm sein kann und überhaupt. Mir war also klar: Mir wird bestimmt schlecht und ich muss alles im Vorfeld mögliche dagegen tun. Das Pflaster klang schon mal nicht schlecht – auf den ersten Blick. Ein zweiter Blick und der entsetzte Blick diverser medizinisch gebildeter Freunde sagte etwas ganz anderes. Mal von den Nebenwirkungen abgesehen (man kann damit nicht mehr fokussieren und Halluzinationen treten häufiger auf), war ich mir nicht mehr ganz sicher, ob ich mir einen solchen pharmazeutischen Hammer antun möchte. Was also tun?

Ich kürze es mal ab: Ich habe alles gekauft, was es gibt – nur zur Beruhigung. Gebraucht habe ich tatsächlich nichts. Den meisten war es ein bis zwei Mal richtig übel – denen konnte ich mit meinem Vomex-Vorrat recht gut weiterhelfen. Den Pflasterträgern ging es ganz gut (nur gegen Kater helfen auch sie nicht).

Mein Fazit: Wer schon mal mit dem Schiff unterwegs war und weiß, dass schon sanftes Schaukeln bei ihm hervorruft, der sollte das Pflaster kleben. Alle anderen sind ganz prima mit Reisetabletten zu Recht gekommen. Mein ganz persönlicher Tipp: Tanzen und schwimmen! Wenn man sich selbst bewegt, dann kann das Schiff noch so sehr schwanken … beim Schwimmen sollte man jedoch beachten, dass das auf Dauer zu Schwimmhäuten führen kann…

4. Schuhe

Überall, aber auch wirklich überall stand zu lesen: Niemals Highheels auf einem Schiff tragen. Da es ja hier nicht um Schiffsboden, der geschont werden muss geht, sondern um die Standsicherheit, muss ich das mal ganz deutlich revidieren:

Wenn man nicht gerade eine 80jährige Dame mit Gehhilfe ist, dann sind hohe Schuhe gar kein Problem! Ich kann das beurteilen, da ich ja 50% meiner Schiffszeit in Highheels verbracht habe (Popstar, Veranstaltung und so). Denn was ihr nicht unterschätzen dürft: Die Schiffe sind so angelegt, dass auch bei heftigstem Seegang niemand kopfüber eine Treppe runterpurzelt. Also ist alles schön mit Geländern ausstaffiert. Und wenn man ein bisschen auf seinen hohen Schuhen wankt, dann denkt der Gleichgewichtssinn eher an ein Gläschen Sekt zu viel als an Seegang …

Kreuzfahrtschiff beim Landgang

 

5. Landgang

Cruise-Reisende sind nicht gerade beliebt, wenn sie zu Hunderten aus den Riesenschiffen an Land gespuckt werden. Habt ihr schon mal draußen erlebt, wie es ist, wenn so ein Ozeanriese anlegt? Ein bisschen wie bei der Invasion der Aliens, wenn das Mutterschiff landet. Mittlerweile sind die Kreuzfahrtschiffe ja nicht mehr ganz unumstritten (siehe die Diskussionen in Venedig) und rufen nicht bei allen wahre Begeisterungsstürme hervor …

Ich habe es vermieden, Logoshirts oder -taschen der Reederei an Land zu tragen, denn damit outet man sich sofort als Geldbeutel auf Beinen. Die örtlichen Händler lieben und hassen dich und versuchen natürlich, dir allen möglichen Kram unterzujubeln. Und noch ein letzter Tipp: Immer brav pünktlich wieder am Schiff sein. Keiner wartet, obwohl man DIE perfekten Pumps im Laden um die Ecke gefunden und sich nicht entscheiden kann 😉

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für die nützlichen Tipps! Besonders wichtig finde ich, dass man sich eine eigene kleine Bordapotheke einpackt. Kopfschmerztabletten sollten nicht fehlen. Diese können an Board oder im Ausland nämlich teuer sein.
    Beste Grüße,
    Bernd von http://www.kreuzfahrt24.com.de

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