Dubletten raus! Den Haushalt ganz einfach reduzieren

Doppeltes raus? Klingt erst mal total banal! Denn irgendwie ist schon klar, dass wir Dinge, die wir doppelt besitzen eigentlich nicht benötigen. Also weg damit. Mir fallen da als erstes große Dinge ein: Wer benötigt schon zwei Waffeleisen? (Außer man hat sechs Kinder und alle wollen gleichzeitig Waffeln essen) Oder wer benötigt zwei Rührgeräte? Zwei Föne?  Zwei Waschmaschinen? Aber da fängt es schon an: Wir haben sehr lange Zeit zwei Waschmaschinen besessen, als der Liebste und ich zusammen gezogen sind. Warum sollten wir eine davon entsorgen? Der Platz war da und wir waren oft dankbar, zwei Maschinen parallel laufen lassen zu können.

Doppeltes aussortieren

Simplify your stuff – seinen Besitz auf das Wesentliche reduzieren

Um was es mir heute geht: Ich glaube, dass der einfachste Weg, seinen Haushalt zu vereinfachen ist, doppelt Dinge loszuwerden. Wenn man sein Leben und seinen Besitz auf das Wesentliche reduzieren möchten, dann ist das ein sehr einfacher erste Schritt.

Stellt euch folgendes vor: Ihr kommt vom Einkaufen in der Drogerie nach Hause. Ihr stellt eine neue Flasche Nagellack zu 15 bereits vorhandenen Fläschchen. Im besten Falle ist es eine Farbe, die ihr noch nicht habt. Wenn ihr ich sein würdet, dann wäre es genau derselbe Rotton, zu dem ich immer greife.  Und so geht es mir auch mit Schosselchen, Geschirrhandtüchern, Bodylotion und vielem mehr! Das ist übrigens ein Phänomen, das ich ganz oft habe – ich möchte etwas völlig Neues ausprobieren und kaufe genau das, was ich bereits zu Hause habe. Aber in dem festen Glauben, dass ich diesmal wirklich etwas ganz anderes genommen habe. Seltsam, oder?

Doppeltes aussortieren

Was ich meine: Wir kaufen ganz oft Dinge, die wir bereits in ähnlicher Ausführung besitzen. Und trennen uns nicht von der alten Version. Der Nagellack ist dabei noch ein kleines Beispiel. Bei Kinderspielzeug ist es oft genauso. Oder bei T-Shirts. Oder bei Handtaschen. Die Beispiele sind endlos …

Warum Gutes entsorgen?

Ich kenne das Argument, dass nun kommt, sehr gut: Aber  Warum soll ich den alten Nagellack entsorgen? Der ist doch noch gut! Oder das Spielzeug? Die alten Sachen sind doch noch prima!

Und da beißt sich die Katze in den Schwanz! Wenn wir das Alte noch gut finden, warum kaufen wir dann Neues? Warum investieren wir unser hart verdientes Geld in Dinge, die wir bereits besitzen? Ja klar, ein zweiter Nagellack ist bestimmt keine Investitionen die wir uns nicht leisten können. Und drei weiße T-Shirts zu besitzen, ist bestimmt auch kein Luxus. Aber so machen wir es ja ganz häufig…

Ich kenne dieses Phänomen aus der Generation meiner Eltern und Großeltern. Bei Ihnen spielte bi ihren Hamstereinkäufen immer die Angst eine Rolle, zu verarmen. Oder nicht genug fürs Leben zu haben. Denn sie haben Krieg und Verlust ihrer Existenz noch erlebt. Aber unsere heutige Generation hat dieses Problem nicht mehr! Wir werden nicht erfrieren, wenn wir nicht sieben Paar Handschuhe besitzen. Wir haben immer und überall die Möglichkeit, die Dinge zu erwerben, wenn wir sie spontan benötigen. Das Sammeln und Horten ist für uns nicht mehr existenziell wichtig.

 Doppeltes aussortieren

Doppeltes raus!

Zum Thema! Wir wollen unser Leben und unseren Besitz minimieren, um leichter zu leben und einfacher Ordnung zu halten. Also gehen wir durch unsere Dinge und sortieren all jene Sachen aus, die wir doppelt haben und eigentlich nicht benötigen. Es ist ganz einfach! Beginnt bei einer Kategorie und sammelt alles auf einen Haufen, was dazugehört.

Beispielsweise Einkaufstaschen. Sucht alle Exemplare, die ihr habt: Jute-Taschen, Körbe, Säckchen, selbst genähte Beutel – halt alles, was ihr zum Einkaufen benutzt. Ihr werdet erstaunt sein, was da zusammenkommt! Dann plötzlich liegen dort alte Plastikbeutel, verschlissene Badetaschen und alle möglichen und unmöglichen Teile, die man in dieser Anzahl gar nicht benötigt. Sucht nun die schönsten Exemplare raus, die am praktischsten und am schönsten sind. Bei Taschen macht es bestimmt Sinn, mehr als eine zu besitzen.  Aber mehr als 15? Ich würde behaupten, dass 5-7 Einkaufsbeutel eine gute Anzahl sind.

Oder Regenschirm! Regenschirme sind auch so eine Sache. Ich habe mal alle Knirpse und Stockschirme zusammen gesucht und bin auf zwölf Teile gekommen. Wenn es regnet, dann benötige ich maximal einen. Vielleicht brauchen wir drei Schirme, damit alle Familienmitglieder einen in der Hand haben. Aber mehr benötigt man wirklich nicht. Also sucht die Exemplare raus, die perfekt funktionieren und eine gute Größe haben. Sortiert die Exemplare aus, die zu groß sind, bei denen Speichen kaputt sind oder die sich nicht mehr gut zusammen falten lassen. Weg damit!

Immer in Kategorien aussortieren

Und so geht ihr durch die einzelnen Kategorien eures Besitzes. Durch die Küchengeräte, Schreibutensilien, Blumenvasen, Radiergummis oder Flaschenöffner. Ihr werdet wahrscheinlich die gleiche Erfahrung machen, die auch ich gemacht habe: Ich war unglaublich erstaunt, was sich so in den letzten Jahren angesammelt hat!

Das Tolle an dem System: Man schaut nicht in eine Schublade und sieht dort drei Bleistifte, eine Taschenlampe und Pflaster, sondern ihr sucht alle Pflaster, alle Stifte oder alle Taschenlampe im gesamten Haus zusammen und vergleicht sie dann. Denn wenn ihr sie alle immer einzeln an verschiedenen Orten antrefft, dann werdet ihr nie sehen, wie viel ihr tatsächlich an überflüssigen Dingen besitzt!

Einzelnen gesehen sind alle jene Dinge, die wir doppelt oder mehrfach besitzen nicht wirklich auffällig. Wie viel Platz benötigen ein paar zusätzliche Shirts? Oder kleine Nagellackflaschen? Oder Bleistifte? Oder Flaschenöffner? Nicht wirklich viel. Aber: Alle diese Kleinigkeiten addieren sich zu einem riesigen Wust.

Doppeltes aussortieren

Ich selbst sortiere wirklich gerne aus. Und ausmisten macht mir Freude! Aber auch in meinem Haushalt sammeln sich solche doppelten Dinge sehr gerne an.

Wenn ich sie jedoch aussortiere und mich auf das konzentrieren, was ich wirklich benötige, dann gewinne ich doppelt:

1. Ich bekomme Raum und Platz.

2. Ich spare sehr viel Geld.

3. Ich habe nur die Sachen um mich, die ich wirklich benötige und die ich wertschätze und mag.

Je mehr Sachen, wir besitzen, desto mehr Zeit benötigen wir, um sie  zu reinigen, zu organisieren und zu ordnen!

Doppelte Sachen rauben einem nicht nur Zeit und Platz, sondern auch Energie! In einem voll gestopften Raum oder einer vollen Schublade, in einem zugefüllten Haus atmet es sich schlecht.  Denkt ein bisschen an die Energie, die in Feng Shui die immer erwähnt wird: in einem voll gestopften Raum kann sie einfach nicht fließen!

Ich mag keine permanenten Entscheidungen

Doppelte Sachen stellen einen auch immer wieder vor Entscheidungen, die man sonst nicht treffen muss. Welchen Regenschirm nehme ich? Den roten, den blauen, den Knirps oder lieber den Familienschirm? Trage ich heute lieber Chucks, Nikes oder TOMs in Weiß? Welchen Flaschenöffner benutze ich und wo sind eigentlich alle Exemplare hin verschwunden im Haus?  Denn eines darf man nicht vergessen: auf Dubletten achtet man nicht so doll! Davon hat man ja viele und so muss man sich keine Mühe machen, das einzelne Exemplar pfleglich zu behandeln. Drei Nagelscheren? Da ist es ja egal, ob man mit einer im Garten den Blumendraht abschneidet!  Aber davon wollen wir ja weg! Wir wollen die einzelnen Dinge, die wir wirklich lieben, pfleglich behandeln! Wir wollen weniger. Wir wollen von der Wegwerfgesellschaft weg und Dinge wertschätzen! Eine Nagelschere gehört ins Bad in ein hübsches Etui, damit man sich an ihr nicht verletzt und sie nicht zu rosten beginnt! Dort finden wir sie sofort müssen nicht ewig nach ihr suchen.

Besonders bei Wohnungs-Accessoires hatte ich bisher dieses Problem! Ich habe irgendwann mal meine Teelicht- und Kerzenhalter gezählt und kann dabei auf 56 Stück. 56 Kerzenhalter, die ich entweder in der Wohnung verteilt oder in eine Schublade gestellt hatte. Ich könnte also bis an mein Lebensende ohne Probleme meine Wohnung mit Kerzen erleuchten und müsste nie wieder einen kaufen. Heftig oder?  Aber ganz ehrlich: möchte man das? Wann gibt es die Gelegenheit, an der ich tatsächlich so viele Kerzenleuchter aufstellen kann?  Ich tippe mal, dass alleine die Wärmeentwicklung dieses Projekt schon zunichte machen würde… Der Blick in die Kerzenschublade zeigte mir außerdem, dass dort Kerzenhalter liegen, die ich schon seit Jahren nicht mehr benutzt habe und die mir tatsächlich auch nie wirklich gut gefallen haben oder die so aus der Mode gekommen sind, dass ich sie eigentlich nicht mehr aufstellen möchte.

Ich glaube, ich muss nicht weiter auf mein Kerzendilemma eingehen. Ich verrate euch nur noch, dass ich nun nur noch 20 Teile davon besitze. Und das ist absolut ausreichend! Den Rest habe ich verschenkt oder einfach nur entsorgt.

Ran an die Dubletten und raus mit all jenen Dingen, die wir nicht in mehrfacher Ausfertigung benötigen! Ich verschenke diese sehr gerne. Denn meistens gibt es irgendjemanden, der sich über das Waffeleisen, den Regenschirm und roten Nagellack freut. Und diese Dinge sehr viel mehr wertschätzen kann als ich.

Und? Wie sieht es bei euch so aus? Habt ihr auch bestimmte Sachen, von denen ihr unglaublich viele besitzt, so wie ich mit meinen Nagellack und den Kerzenhaltern? Oder seid ihr eher minimalistisch veranlagt?  Ich bewundere es ja, wenn man von Anfang an sehr konzentriert Dinge anschafft und gar nicht erst so viel Doppeltes ansammelt. Aber ich glaube, dass man das oft gar nicht mit Absicht tut, sondern so wie bei den Kerzenhaltern durch Geschenke und Erbstücke von alleine entwickelt. Oder es sind Dinge, mit denen man sich ohne großen Aufwand oder Kosten selbst belohnen kann („Nein, ich kaufe dieses Mal Nichts bei Ikea! Aber okeeeeeee, ein Teelichthalter darf trotzdem mit – das ist ja quasi Nichts!“).

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4 Kommentare

  1. Interessanter Beitrag! Ich besitze tatsächlich so gut wie keine Dubletten, würde ich behaupten. Ich habe nicht 15, sondern über 70 Nagellacke, aber in allen Farben des Regenbogens und ich benutze alle.
    Mein Problem ist nicht, dass ich zuviele gleiche Sachen habe, sondern zuviele unterschiedliche Dinge, die ich alle gerne mag und benutze (z.B. viele ganz unterschiedliche T-Shirts); das macht das Aussortieren einfach schwierig, weil man eben nicht sagen kann „Hab ich schon fünfmal in quasi gleicher Ausführung, kann also weg“ :-/
    Dinge auszusortieren, die ich nicht benutze, fällt mir dagegen leicht.

  2. Ich fühle mich ja sowas von ertappt….. das Bild mit den Scheren jagt mir Schauer über den Rücken, wenn ich alleine an meine 6 Schneiderscheren und ungezählten Bastelscheren denke….. ich bin dann mal aussortieren!
    Liebe Grüße
    Gabi

  3. Stefanie schiestl

    Toller Bericht….ich lese sehr gerne bei dir und nehme es mir auch zu Herzen!! Ich sortier gleich mal wieder Nagellack-Fläschen aus

  4. Ein super Beitrag. Ich habe schon früher versucht, mich zu reduzieren. Dies gelang mir aber nur wenig bis gar nicht. Vor einem Jahr hab ich nun den Minimalismus für mich entdeckt und radikal aussortiert. Nun besitze ich nur noch wenige Sachen, die ich wirklich benötige. Was soll ich sagen….ich fühle mich befreit.

    LG

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