Die besten Tipps, damit der Koffer sicher und vollständig ankommt

Wusstet ihr, dass jedes Jahr um die 30 Millionen Gepäckstücke weltweit am Flughafen verschwinden? Örgs. Jedes Mal, wenn ich am Check-In stehe, stelle ich mir die Frage, ob mein Koffer 1. heil, 2. komplett und 3. überhaupt ankommt. Das ist bei mir ein Ritual, das ich im Kopf durchgehe und es hat eine magische Wirkung! Meist funktionieren Punkt 2 und 3, Punkt 1 aber nicht immer. Ich hatte schon aufgeplatzte Koffer auf dem Förderband oder ramponierte Schlösser, einmal fehlte der Griff am Koffer (aha) und schon öfter die Reißverschlussgriffe.

Also stellt sich die Frage: Wie kommt mein Koffer heil und vollständig wieder bei mir an?!

Da mag ich euch noch so viel über geschickt eingeräumte Koffer erzählen, es hilft ja nix, wenn er dann halb geöffnet auf dem Kofferband liegt. Naja, zumindest sehen dann alle Mitreisenden, wie viel Mühe ihr euch ursprünglich gegeben habt. Aber toll ist das natürlich nicht.

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Bääämm – Farbe oder Micky Mouse?

Die meisten Koffer und Taschen sind in gedeckten Farben gehalten, also schwarz, dunkelblau, bordeaux oder grau. Bei so viel Einerlei passiert es schnell, dass jemand versehentlich (oder vielleicht sogar mit Absicht) den falschen Koffer vom Gepäckband wuchtet und damit los geht.

Also: Mehr Mut bei den Koffern. Wer es mag, greift zu bedruckten Exemplaren oder auffälligen Farben, die man sofort erkennt, wenn er auf das Band rumpelt. Wer es etwas dezenter mag, nutzt bunte Aufkleber oder individuelle Gepäckbänder. Ich habe mal vor langer Zeit eines selbst gestaltet, da die Auswahl an zu kaufenden Bändern doch relativ eingeschränkt ist und man sich nicht wirklich aus der Masse abheben kann. Achtet aber darauf, dass nichts lose herumhängen, womit der Koffer unterwegs irgendwo hängenbleiben kann.

 

Der Aufkleber aus Disney Land: ja, der Aufkleber von der letzten Reise: nein

Um eine gute Ankunft des Gepäcks zu gewährleisten, empfiehlt es sich, alte Aufkleber aus vergangenen Reisen vom Koffern zu entfernen. Denn die dort abgedruckten Strichcodes können die Fluggesellschaft bei der maschinellen Abfertigung ziemlich durcheinanderbringen – so kann es passieren, dass der Koffer im falschen Flieger landet, weil beim Verladen der falsche Anhänger gescannt wurde oder es droht ein Verbleib des Gepäcks am Startflughafen. Also immer schön die Codes, die sogenannten „Bag Tags“, vom Koffer entfernen – auch wenn sie einen an den wunderschönen Urlaub in Andalusien erinnern mögen!

 

Qualität, kein Rumgeprotze, aber gammelig?

Ok, nun wird es schwierig: Denn jetzt muss eine Entscheidung her! Bewährt ist nämlich die Methode „alter Koffer“, bei der er möglichst alt, schmuddelige oder leicht ramponiert sein sollte. Das sieht zwar nicht toll aus und alle Mitreisenden halten einen für einen armen Schlucker – Diebe aber auch! Oder man setzt auf Qualität und sucht sich einen Koffer, der eine stabile Form hat und somit weniger anfällig dafür ist, von den Laufbändern zu fallen und kaputt zu gehen. Aber: bitte kein Rumgeprotze! Den schicken Armani- oder Louis-Vuitton-Koffer besser zu Hause lassen oder nur als Handgepäck mitnehmen. Logischerweise lockt das Diebe an …

Perfekt wäre also ein qualitativ hochwertiger Koffer, der alt aussieht :-).

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Gepäckschloss ja oder nein?

Da scheiden sich die Geister. Ich würde meinen Koffer immer abschließen, damit kein Langfinger dran kommt. Aber: Das Sicherheistpersonal muss den Koffer immer öffnen können und das kann dann schon mal schiefgehen, da das Schloss dann bei der Sicherheitskontrolle zerstört wird. Die Lösung sind sogenannte TSA-Schlösser, die in manchen Koffern sogar integriert sind (etwa im Samsonite Lite-Shock Spinner oder im Travelite Elbe) und das Öffnen durch Sicherheitspersonal erlauben, ohne das Schloss zu beschädigen. Es gibt auch kleine Schlösser, die man selbst anbringen kann und die ich beispielsweise für die letzte USA-Reise genutzt habe.

Noch ein Tipp: Vermeide einfach Messer, Waffen, Feuerwerkskörper oder sonstige verbotene Gegenstände einzupacken.

Denn jeder aufgegebene Koffer wird durchleuchtet, bevor er ins Flugzeug verladen wird. Muss er dann wegen verbotener Gegenstände geöffnet werden, kann es sein, dass er den Flieger verpasst und ihr ohne Gepäck am Zielflughafen ankommt.

Fakt ist aber: Wer klauen möchte, den wird ein Schloss nicht daran hindern können. Wertsachen sollten daher immer im Handgepäck verstaut werden!

Koffer Detektive

Ein Kölner Start-up-Unternehmen hat ein eigenes virtuelles Fundbüro entwickelt: Mit einem Kofferanhänger mit einem individuellen Code registriert man seinen Koffer in der Datenbank BringMeBack.com. Wir der Koffer gefunden kann er anonym im Internet gemeldet werden oder man bekommt einen ausgeschriebenen Finderlohn. Den Rücktransport organisiert die Firma.

 

Beim Check-In schon vorarbeiten

Pünktlich sein! Denn wird es kurz vor dem Schließen des Check-Ins hektisch, passieren schnell mal Fehler. Vielleicht prägt ihr euch auch schon kurz vor Reisestart die Abkürzung eures Zielflughafens ein. FRA steht beispielsweise für Frankfurt, LAX für Los Angeles. Und dann schaut ihr, dass die Kürzel auf dem Ticket und dem Gepäckanhänger identisch sind. Den Aufkleber auf dem Ticket immer gut aufbewahren, denn es enthält eine Registrierungsnummer für jedes aufgegebene Gepäckstück.

Bevor ihr das Gepäckstück aufgebt ist noch mal Selfie-Time!

Einfach ein Foto mit deinem Koffer machen. Das hilft, falls er verloren geht und ausfindig gemacht werden muss. Die Beschreibung „er ist grau mit Rollen“ ist einfach unpräziser als ein Foto. Und dann gilt es noch mal pünktlich zu sein: beim Boarding! Denn ein Koffer darf nur dann in ein Flugzeug verladen werden, wenn der Passagier tatsächlich an Bord ist. Wer eine Kofferverlier-Phobie hat, der sollte immer Umsteigeverbindung wählen, bei der die Umsteigezeit nicht zu knapp bemessen ist.

 

Wrap it – Was bringt Frischhaltefolie?

Besonders in Asien beliebt : die sogenannten „Wrapping Stations“ in den Flughäfen. Hier können Passagiere ihre Koffer komplett in durchsichtige Folie einwickeln und Koffersandwiches fabrizieren. Aber macht das auch Sinn? Manche Reisenden haben gerade in asiatischen Ländern Angst, dass man ihnen heimlich Drogen unterschieben könnte. Andere möchten ihren Koffer vor Schrammen bewahren oder kompensieren kaputte Kofferverschlüsse, damit das Gepäckstück nicht während des Verladens aufgeht. Bei Rucksäcken macht das durchaus Sinn, da die vielen Riemen und Schnallen schon einmal hängen bleiben können. Umweltfreundlich ist die Sache nicht und auch nicht gerade günstig! Soweit ich mich erinnere, kostet das Späßchen am Frankfurter Flughafen 8,50 Euro.

 

Und was, wenn der Koffer doch verschwindet?

Tja, manchmal hat man einfach Pech und der Koffer kommt nicht an. Dann geht der erste Gang immer zum Gepäckschalter („Lost and Found“ in der Ankunftshalle), um den Schaden unverzüglich zu melden Dafür hat man sieben Tage Zeit – trotzdem sollte man es so schnell wie möglich machen, damit die Chancen höher sind! Dort beschreibt man möglichst genau den Koffer und im besten Fall hat man ein Foto von dem Gepäckstück von außen und vom gepackten Inhalt dabei. Auf der Verlustmeldung befindet sich eine Referenznummer, mit der man den Verlust des Koffers sofort auch der Airline meldet, um keine Schadenersatzansprüche zu verlieren. Denn bleibt der Koffer dauerhaft verschwunden, hat man auf Grundlage des Montrealer Übereinkommens Anspruch auf Schadenersatz – allerdings in Höhe von maximal 1350 Euro pro Passagier. Passiert der Verlust am Urlaubsort, hat man das Recht, einen Noteinkauf zu tätigen. Das sollte jedoch verhältnismäßig sein, da nur notwendige Artikel erstattet werden. Dazu zählen Drogerieartikel oder Gebrauchsgegenstände, die beleg- und nachvollziehbar sein müssen. Eine schicke neue Designerhandtasche wird da nicht drin sein 😉

 

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