Putzen nach Krankheit – alles schön sauber nach Schniefnase und Kotzeritis

Oh Mann, wie ich Januar bis März hasse! (Also nicht grundsätzlich, ihr versteht schon …). In diesem Zeitraum passieren Dinge, die Jahr für Jahr meine Laune in den Keller gehen lassen: Alle dicken Strumphosen gehen kaputt, Netflix ist leer geguckt und das Imunsystem ist im Keller. Ich weiß nicht, wie oft ihr diese Saison schon das Los “Grippe für alle” gezogen habt. Ab Jahreswechsel geht es traditionell so richtig rund und alle Viren machen Party. Wer kleine Kinder hat, hat das Vergnügen oft schon ab Oktober und bis März wird es wohl noch anhalten mit Schniefnase und Haare halten über der Toilettenschüssel.

Jaaa, kein tolles Thema. Der Liebste ist ja bei uns derjenige, der am meisten mit Bazillen in Kontakt kommt. Großveranstaltungen auf engstem Raum mit jede Menge “Küsschen rechts, Küsschen links”. Sein Immunsystem ist wirklich gestählt, aber ab und an bringt er uns die Killerviren dann doch mit heim. Oder Sophie aus der Schule. Oder ich aus dem Büro.

Tja, und da wir kein Quarantänezelt in der Wohnung haben, verteilt der oder die Kranke munter seine Bazillen überall. Auf den Türklinken, Handy, Handtuch, Sofa … Und der Rest der Familie kann es sich dann aussuchen, wo er zugreift, um ebenfalls eine Runde im Bett verbringen zu dürfen.

Also, was tun? Ich putze ehrlich gesagt nicht besonders gerne. Und ich bin auch der Ansicht, dass man keinen Bohei um den zehnten Kindergartenschnupfen machen sollte. Dann würde man sich ja mit einer Familie im Winter komplett verrückt machen. Mir geht es vielmehr um die “schlimmeren” Varianten, wie ein Norovirus, einen grippalen Infekt oder gar eine Influenza.

Viren warten geduldig auf einen „Mitnehmer“

Der Mensch an sich ist übrigens Übertragungsweg Nummer eins. Jetzt dürft ihr mit den Augen rollen – den meisten ist schon klar, dass man sich von niesenden Kollegen fernhalten sollte. Es ist aber nicht nur der direkte Kontakt von Mensch zu Mensch, sondern auch der indirekte über Lebensmittel oder Gegenstände, die angefasst werden. Viren und Krankheitserreger verharren in einer Warteposition auf der Oberfläche, bis sie einen „Mitnehmer“ finden. Das kann auch schon mal länger dauern, aber auch dafür sind die lästigen Biester gut gerüstet: Grippeviren überleben bis zu zwei Tage außerhalb des Körpers, Noroviren (Durchfallerkrankung) sogar noch wesentlich länger auf trockenen Oberflächen.

Bevor es losgeht: Womit soll ich denn putzen?

Ich bin für natürliche Reinigungsmittel! Am besten selbstgemacht und ohne schädliche Substanzen für unseren Körper und die Umwelt. 99% putzen wir ohne zusätzliche Hygienemittel. In meinem Buch

Leonardo Glas personalisieren

Mein Haushalt – natürlich sauber: Reinigungsmittel ganz einfach selbst gemacht. *

schreibe und erkläre ich ganz genau, wie ich sie herstelle und in diesem Artikel habe ich noch mal zusammengefasst, warum das Reinigen mit ätherischen Ölen ganz wunderbar desinfizierend wirkt.

Mein Haushalt natuerlich sauber

Manchmal muss es mehr sein

ABER – jetzt kommt das ganz große ABER – ich weiß, dass es Situationen im Leben gibt, die manchmal nicht ganz einfach sind und man nach einem herkömmlichen Desinfektionsmittel greift.

Ich finde das persönlich ganz ok. Wenn ich selbst auf Du und Du mit der Kloschüssel bei einem Norovirus bin, mag ich meinen Mann einfach in die Drogerie schicken und ich ihn nicht lange erklären müssen, was er denn jetzt wie zu mischen hat. Oder man bekommt die Auflage vom Kinderarzt, die nächsten Tage bitte alles mit dem Reiniger XY (das ist uns schon ein paar Mal passiert) zu putzen. Alles gut, wir wollen ja kein dogmatisches Leben führen. Wenn wieder alle fit sind, geben wir wieder unser Bestes und putzen wieder umweltbewusst!

Es gibt jedoch ein paar Dinge zu beachten, wenn ihr Desinfektionsmittel benutzt:

  1. Besorgt euch ein Mittel, das ready to use ist, also nicht angemischt werden muss. So vermeidet ihr Unterdosierung oder Verätzungen.
  2. Ganz wichtig: Beachtet immer die empfohlene Einwirkzeit! Diese Zeit wird nämlich benötigt, um mindestens 99,999 Prozent der Bakterien, 99,99% der Pilze und 99,9% der Viren abzutöten. (oha, kann ich kleinlich sein!)
  3. Wenn ihr schon Desinfektionsmittel kauft, dann besorgt sie euch in der Apotheke und lasst euch dort beraten. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist der Hinweis „VAH-zertifiziert“ oder „VAH-gelistet“.
  4. Nicht jedes Desinfektionsmittel wirkt gegen jeden Krankheitserreger. Es gibt Mittel, die beispielsweise Bakterien bekämpfen, aber gegen bestimmten Virusarten gar nichts ausrichten können. Schaut also, dass die Mittel „viruzid“ sind, die den größten Teil der Viren unschädlich machen (z.B. bei Norovirus-Infektionen). Bei „begrenzt viruziden“ Produkten wird nur der Teilbereich der Viren abgedeckt.
  5. Wenn Flächen desinfiziert werden, dann ist es oft sinnvoll, Einwegtücher zu verwenden. Ohje, ja ich weiß, das ist noch schlimmer für die Umwelt! Aber Putzlappen müssten nach jeder Benutzung heiß gewaschen werden und vergesst nicht: es ist nur vorübergehend.

Mir ist es ganz wichtig, euch noch mal ans Herz zu legen, dass ihr für die normale Haushaltreinigung bitte, bitte keine Desinfektionsmittel verwendet! Sobald die Mittel nämlich im Abfluss landen, behindern sie im Klärwerk die Bakterien, die als Reinigungshelfer genutzt werden.

Jetzt aber ran an die Viren!

1. Mit Luft reinigen

Wir fangen ganz simpel an: Geschlossene Räume bitte regelmäßig lüften – das vertreibt zumindest einen Teil der Krankheitserreger aus dem Fenster. So simple, so effektiv! Und wer mag, der verwendet ätherische Öle in einem Diffuser, die desinfizierend wirken, z. B. Teebaum, Thymian, Eukalyptus.

2. Überall im Haus: Türgriffe

Ok, wenn der Patient den gesamten Tag im Bett liegt, dann hat man noch ein bisschen Schonfrist. Aber spätestens der Gang zur Toilette und später dann das Rumschlurfen durch die Wohnung machen es notwenig: Alle Türgriffe müssen abgewischt werden. Denn trotz Händewaschens und Desinfizierens lassen sich Bakterien auf den Händen nie ganz vermeiden.

3. Bettwäsche

Wenn wir uns so richtig schrecklich fühlen, ist das Bett der perfekte Ruheort. Leider auch für Viren und Bakterien, die im Gewebe bleiben. Also benötigen Kissen- und Bettbezüge eine Sonderbehandlung.

Ist das Schlimmste überstanden, muss die Bettwäsche am besten bei 90 Grad gewaschen werden. Das ist nicht nur wegen der Ansteckung wichtig, sondern auch, weil der kranke Körper sehr viel schwitzt. Einfaches Waschen der Wäsche reicht dieses Mal nicht aus.

4. Handtücher und Kleidung

Habt ihr auch so gemütliche Kuschelkleidung, die nur rausgesucht wird, wenn ihr krank seid? Ich habe so einen übergroßen Onesie mit Pinguinen aus Baumwolle, den ich nur trage, wenn mir wirklich alles egal ist ;-). Der wandert dann nach der Genesung in die Waschmaschien, so wie alle anderen Textilien, mit denen ich in Berührung war. Also Handtücher, socken, Unterwäsche etc. Alles so heiß wie möglich waschen! Sollten tatsächlich sehr resistente Keime im Spiel sein, dann darf auch mal der Hygienespüler mit in die Waschmaschine. Ansonsten hilft Teebaumöl ganz prima bei der Desinfektion!

5. Badezimmer gut reinigen

Ich sag mal, wie es ist: Bei einem Infekt werden im Bad jede Menge Körperflüssigkeiten losgeworden. Und nicht alle landen dort, wo sie sollen. Winzige Tröpfchen spritzen beim Gurgeln gegen Halzschmerzen durch die Gegend und auch der Mageninhalt wird nicht in allen mikroskopisch kleinen Teilchen immer im Klo landen. Ihr verteht?

Also muss man hier extra ran! Handtücher alle waschen und auch die Badteppich sind mal wieder dran! Toilette und das Waschbecken gut desinfizieren und dabei nicht die Wasserhähne, den WC-Griff, den Deckel und Duschgriffe vergessen. Oberflächen ordentlich wischen, Abfalleimer und Böden säubern. Was noch? Auch hier Türklinke und Lichtschalter nicht vergessen.

Und dann dürft ihr euch von der Zahnbürste verabschieden. Viele Keime befinden sich nämlich im Mund. Zwar kann man sie auch auf der Zahnbürste mit einer speziellen Desinfektionsmischung abtöten, aber das ist der perfekte Zeitpunkt, mal wieder die Zahnbürste zu tauschen!

6. Küche putzen

Es ist ja mittlerweile bekannt, dass in der Küche die höchsten Konzentrationen an Keimen und Bakterien vorkommen. Während der Krankheitalle Geschirr- und Besteckteile, die von einer kranken Person benutzt wurden, in der Spülmaschine auf der höchsten Gradstufe spülen. Wer keine hat, der kann das Geschirr auch kurz mit kochendem Wasser übergießen. Und auch in der Küche gilt: Griffe, Klinken und Schalter desinfizieren!

7. Let me entertain you!

Was macht ihr, wenn ihr krank seid? Auf dem Sofa rumlümmeln? Als Sophie klein war, hab ich gerne eine Decke auf das Sofa gelegt, die man danach unkompliziert in die Wäsche geben konnte. Vergesst auch nicht die Kuschelkissen, die dort oft liegen. Und dann desinfiziert ihr alles, was Spaß macht 😉 – Telefone, Fernbedienungen, Computer, Tablets etc. – halt alles, was man zum Wohlfühlen gebraucht hat. Vergesst nicht über den Sofatisch zu wischen …

8. Spielzeug

Ein Kind ist krank und schwups, auch das nächste. Das liegt daran, dass gerade kleine Kinder alles in den Mund nehmen – und halt auch das Autochen, mit dem der Magen-Darm-Patient gerade noch gespielt hat. Deshalb ist es enorm wichtig ist, das Spielzeug regelmäßig zu reinigen. Und auch die liebsten Stofftiere dürfen nach der Genesung eine Runde in der Waschmaschine drehen.

9. Unterwegs

Ich kann mich noch super an das Geräusch erinnern, bevor Sophie sich im Maxi Cosi übergeben musste. Also auch hier bitte den Lappen schwingen und alles desinfizieren, womit der/die Patient/in auf dem Weg zum Arzt in Berührung kam. Das kann das Auto und der Kindersitz, der Kinderwagen, aber auch der Fahrradanhänger sein. Also vielleicht auch das Cockpit im Auto, die Griffe, den Autoschlüssel … Ok, die Straßenbahn könnt ihr auslassen …

Himmel, das ist eine ganze Menge, aber nur so könnt ihr euch vor einer neuen Infektion gut schützen! Ganz zum Schluß kommt natürlich …

… 10. der Putzkram

Lappen, Wischmopps, Tücher etc. entweder desinfizieren oder entsorgen, um eine weitere Ausbreitung von Keimen zu vermeiden. Alle Tücher sollten wirklich gut ausgekocht werden. Schwämme sollten grundsätzlich nicht zur Reinigung verwendet werden, da sich Bakterien in den Spalten festsetzen können. Und ach ja: Am besten immer Gummihandschuhe tragen, die zum Schluß natürlich auch gesäubert werden müssen!

Wer schon mal einen kranken Angehörigen bei einer Infektion gepflegt hat, der weiß, dass Einmalhandschuhe oder sogar ein Mundschutz nicht völlig absurd sind. Besonders wichtig ist dies beispielsweise, wenn man jemanden zuhause hat, der ein schwaches Immunsystem hat und der sich nicht an einem kranken Familienmitglied anstecken darf. Besser einmal mehr alle schützen!

Spontex Weihnachtsputzen

Ist das nicht etwas übertrieben?

Wenn ich das hier selbst so lese, dann fühle ich mich ein bisschen OCD (obsessive-compulsive disorder – eine Zwangsstörung). Aber ich kann euch verraten, dass ein Magen-Darm-Infekt nichts gegen einen Norovirus ist. Den wollt ihr nicht im Haus haben!

Mein Vater war sehr lange an Krebs erkrankt und wurde natürlich auch bei ihm zuhause gepflegt. Damals waren solche Hygienemaßnahmen sehr wichtig, um ihn mit seinem schwachen Imunsystem nicht in Gefahr zu bringen. Ich weiß, dass euch viele der oben genannten Maßnahmen vielleicht etwas übertrieben vorkommen, aber ab und an hat das leben Überraschungen parat und ihr werdet froh sein, eine solche Liste einfach ohne groß Nachzudenken abhaken zu können.

Und ihr? habt ihr besondere Tipps für das Putzen nach Krankheit?

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2 Kommentare

  1. Kuschelsachen in der Waschmaschine (wie Fleece, Bademäntel, Kuscheltiere) bedeuten eine große Belastung für das Abwasser und zwar in punkto MIKROPLASTIK – diese Sachen bestehen zum größten Teil aus Kunstfasern. Deshalb nur wenn absolut nötig waschen und dann bitte in einen sehr feinmaschiges Waschnetzbeutel! Der Umwelt zuliebe – denn diese Art von Mikroplastik belastet Gewässer schon enorm. Wir sind es unseren Nachkommen schuldig!!

    P.S. Und 90 Grad Wäsche ist wirklich nur ganz ganz selten notwendig!

  2. 60°C reichen nachweislich, um sämtliche Viren und Bakterien abzutöten. Die einzige Ausnahme sind Pilzerkrankungen! Ich glaube, in den 27 Jahren mit eigenem Haushalt habe ich noch nie Wäsche bei 90°C gewaschen. Viele Maschinen haben erst gar kein Kochprogramm mehr.

    Toi toi toi, aber weder der Mann noch ich waren bisher krank in diesem Winter. Nicht mal ein kleiner Schnupfen. Aber ich will es nicht beschreien. In den letzten Jahren werde ich immer dann erkältet, wenn es niemand sonst ist: im Hochsommer.

    Dir noch einen schönen Sonntag und liebe Grüße!
    Andrea

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