Holz-Schneidebrettchen richtig reinigen: immer hygienisch & keimfrei

Es gibt Themen, die tauchen immer und immer wieder auf. Zum Beispiel die Frage, ob man Kleidung im Koffer besser rollt oder stapelt. Oder welches Waschmittel man am besten benutzt. Und natürlich die Schneidebrettchen-Gretchen-Frage: Sind Holzbrettchen hygienisch? Kann man sie richtig sauber bekommen? Wie kann ich mein Schneidebrett reinigen? Und: Sind Schneidebretter aus Holz oder aus Plastik besser zu reinigen?

Holzbrettchen hygienisch reinigen

Wie hygienisch ist ein Schneidebrettchen aus Holz?

Schneidebretter aus Kunststoff kann man ratzfatz in die Spülmaschine stellen. Oder man spült sie mit Geschirrspülmittel und viel warmem Wasser gut ab. So weit so sauber, so keimfrei. Wie sieht es aber bei Holzbrettchen aus? Bekommt man die wirklich sauber und auch keimfrei?

Die tolle Nachricht: Tatsächlich sehen Schneidebretter aus Holz nicht nur besser aus, sie sind sogar hygienischer als ihre Kollegen aus Kunststoff. Holz besitzt nämlich einen natürlichen Schutz gegen Bakterien und Keime.

Holzbrettchen hygienisch reinigen

Wie das funktioniert? Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die  antibakterielle Wirkung auf der in vielen Hölzern vorhandenen Tannine, also Gerbsäuren, beruht. Geschnittenes Holz setzt an seinen Schnittstellen diese Säuren frei und schützen das Brettchen vor Keimbefall. Dieser antibakterielle Schutz reicht sogar bis in die Rillen von Schnittstellen, wo sich Mikroorganismen bevorzugt ansiedeln. Buchen-, Eichen-, Ahorn-, Nussbaum-, Lärchen-und Kiefernholz sollen dabei eine besonders gute antibakterielle Wirkung aufweisen. Die beste Wirkung hat übrigens das Kiefernholz. Also beim nächsten Brettchenkauf: Augenmerk auf die Holzarten!

Mit dieser antibakteriellen Ausstattung sind Holzbretter den Kunststoffbrettern eindeutig überlegen. Kritisch sind bei den Schneidebrettern aus Kunststoff ebenfalls die Schnittrillen, in denen sich Keime festsetzen können. Und leider überleben viele von ihnen die Reinigung, nisten sich in den Rillen ein und vermehren sich sogar. Örgs. Nicht gut.

Holzbrettchen hygienisch reinigen

Übrigens ist es immer empfehlenswert, grundsätzlich zwei Brettchen zu verwenden, wenn man Fleisch und Gemüse verarbeitet – so vermeidet ihr die Übertragung von Salmonellen. Bloßes Abspülen zwischendurch ist zu oberflächlich und tötet die gefährlichen Keime nicht ab.

Wellenreiter … äh …-brettchen

Und wie reinige ich meine Brettchen nun am besten? Wie bekomme ich das Holz richtig sauber und auch steril?

Vorab ganz wichtig: Holz darf nie wie Kunststoff gereinigt werden! Also Finger weg von der Spülmaschine! Das Einweichen in Wasser ist auch keine gute Idee, da es bei längerem Kontakt mit Wasser dieses aufsaugen und dadurch aufquellen. Wieder aus dem Bad draussen, zieht sich das Holz beim Trockenvorgang wieder zusammen, wobei es sich verformen kann.

*Räusper. Ja, ich gestehe: ich habe auch solche Wellenbretter, die ich zu lange im Wasser gelassen habe. Und ich bin mir sicher, dass ihr die auch kennt …

Also, gut. Meine Brettchen sind stark strapaziert und müssen öfters gereinigt werden. und ehrlich gesagt, gibt es kaum Lebensmittel, die keine Spuren auf ihnen hinterlassen – seien diese geruchlicher, aber auch farbiger Art.

Aus der Trickkiste

Abwischen kann man ein Holzbrett mit ein bisschen Wasser und Spüli. Nicht ertränken und danach gut trocknen lassen. Aber das funktioniert selten, wenn man Fleisch, Fisch oder Gemüse darauf geschnitten hat. Dann muss man in die Trickkiste greifen:
Unmittelbar nach der Verwendung sofort unter kaltem Wasser und direkt danach mit heißem Wasser abspülen.

Nun streust Du großzügig mit grobkörnigem Salz ein, träufelst den Saft einer halben Zitrone darauf und reibst das Holz nun mit dieser Mischung ein. Nimm am besten die ausgepresste Zitronenhälfte dafür – sie wirkt wie ein kleiner Schwamm. Nun lässt Du das Gemisch ein paar Minuten lang einwirken, bevor Du es gründlich mit Wasser abspülst. Die Zitronensäure aus der Frucht ist dabei der Trick: sie entfernt unliebsame Flecken und den Geruch, das Salz den hartnäckigen Schmutz. Verwende deshalb am besten grobes Salz, da es besser schleift

Holzbrettchen hygienisch reinigen

Um Keime besonders gründlich zu bekämpfen, bürste das Holz in Richtung der Maserung ab

Sollte das Brettchen mal besonders verfärbt sein – beispielsweise durch Rote Bete oder Rotkohl, dann hilft folgender Trick: Zitronensaft und Backpulver zu einem Brei mischen und auf der verfärbten Stelle verteilen. Gut einwirken lassen und mit warmem Wasser abspülen.

Das Wichtigste: gut trocknen lassen

Das Brettchen muss nun gut durchtrocknen! Und so schwierig es auch sein mag – leg es noch nicht in den Schrank, sondern lass es senkrecht auf der Küchenablage stehen, damit es von allen Seiten gut belüftet ist.! So kann sich kein Schimmel bilden.

Wie pflegst Du Dein Küchenbrett aus Holz?

Holzbrettchen hygienisch reinigen

Nach einer Weile wirst du feststellen, dass dein Schneidebrett etwas leidet – es verliert seine satte farbe und wird rauh. Die gründliche Reinigung strapaziert es immer auch. Also muss Pflege her! Das verlängert die Lebensdauer und verhindert, dass es pröde wird und sich Mikroorganismen in den Rillen ansiedeln können.

Die Pflege ist ganz einfach: Nimm eine Holzpflegeöl, das lebensmittelecht ist oder direkt Olivenöl. Sobald das Holz trocken ist, kannst das Schneidebrett ganz dünn mit dem Öl einreiben. Wer es noch hygienischer möchte, der schleift seine Holzbretter, auf denen Fleisch geschnitten wird, zusätzlich ab. Das geht ganz schnell mit etwas Schlaifpapier.

Holzbrettchen hygienisch reinigen

Mein Tipp: Auch Verfärbungen auf Holzbrettern können so mit Schleifpapier ganz einfach entfernt werden.

Übrigens können Küchenbrettchen aus Bambus genauso wie Holzbrettchen pflegen. Auch wenn es sich bei Bambus um eine Gräserart handelt, hat es holzähnliche Eigenschaften.

Holzbrettchen hygienisch reinigen
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