Ordnung & Teenager? Warum das eine schwierige Liebe ist und welche Tricks es gibt!

Sophie ist die allerbeste, tollste und liebste Tochter! Sie ist so ein liebevoller und lustiger Mensch, dass man ihr eine ganze Menge verzeihen kann. Was sie nicht ist (und auch leider noch nie war): ordentlich. Irgendwie hatte ich die leise Hoffnung, dass sich das im Teeniealter vielleicht bessern wird, da in dieser Zeit das Hirn ja umgebaut wird. Leider nein. Die unterschiedlichen Gewerke harmonieren nicht wirklich und die Baustelle „Hirn“ hat das Kapitel „Reinigung“ komplett ausgelassen. Wer das Zimmer mal live sehen möchte, hat hier die Chance auf einen Blick ins Chaos.

Hier stinkts!

Kennt ihr das auch? Das Zimmer duftet nach Turnsocken und Make-up, der Boden ist mit Haargummis übersät. Das Bett wird grundsätzlich nie gemacht und die saubere Wäsche vereint sich in einem großen Gewühl mit der schmutzigen. Was nicht wirklich dramatisch ist, da so die verstreuten Teller nicht kaputt gehen können, die sich unter dem Haufen verstecken – sind halt gut gepolstert.

Ordnung mit Teenagern

Das Frustrierende: Ich kenne ja nun wirklich jeden Trick zum Thema Aufräumen, weiß, wie man sich organisiert und bekomme es trotzdem nicht hin, sie zu einem ordentlichen Menschen zu erziehen. Kein hübsches Kästchen, kein toller Wäschesack kann sie zur Zeit motivieren, ihr Zimmer ordentlich zu halten. Ich habe mir wirklich viele Gedanken gemacht und es auf „Rebellion“ gegen ihre ordentliche Mutter geschoben, aber so einfach ist es tatsächlich nicht.

Hier brennts!

Stellt euch folgendes vor: Ihr bekommt einen Anruf, dass euer Auto vor dem Haus in Flammen steht. Was macht ihr? Ihr rennt nach draußen und schaut nach. Was ihr nicht tut: noch schnell das Bett machen und das Klo putzen. Bei Teenagern ist das ähnlich – ihr gesamtes Leben besteht im Moment aus Anrufen, dass etwas brennt. In die Schule gehen? Dann muss aber erst das Outfit stimmen, das Make up sitzen, die richtigen Sneaker für den Sportunterricht eingepackt, die Fahrkarte gefunden, das Handy geladen und die Ohrstöpsel platziert werden. Ihre Prioritäten: Man will gutaussehend und pünktlich zur Schule kommen! Nun liegen fünf Outfits auf dem Boden rum, für die man natürlich keine Zeit hat, sie wieder in den Schrank zu hängen. Wir erinnern uns ganz kurz an das brennende Auto …

Ordnung mit Teenagern

Das Leben eines Teenagers ist auf einmal so viel komplexer als früher. Wo wir früher Pausenbrote schmierten und Kleider bereit legten, müssen sie jetzt alleine unglaublich viel mehr Entscheidungen treffen. Wir wissen, dass wir den knallroten Lippenstift eher abends als morgens im Büro tragen, dass das Abendoutfit zu sexy für den Markteinkauf ist und wir morgens lieber ein Hörbuch im Auto hören als Radio. Aber all diese Dinge haben wir uns über Jahre angeeignet, während unsere Söhne und Töchter nun mit Deos, Kontaktlinsen, Rasierer, Aknecreme und Tampons kämpfen. Und das ist nur ein Bereich! Stellt euch vor ihr hättet zusätzlich einen Job, in dem ihr permanent Neues lernt (Schule), Freizeit, in der ihr auch immer perfekt darstellen möchtet und einen Freundeskreis, der genauso durch den Wind ist wie ihr. Wir erinnern uns ganz kurz an das brennende Auto …

Ommmmmmm

Seht das Teenie-Zimmer als ein Symptom für die Komplexität ihres Lebens. Die meisten Jugendlichen verbringen ihre ganze Energie damit, eine Vielzahl von Belastungen und volle Zeitplänen (z. B. Schulaufgaben, soziale Belange, Aktivitäten …) durchzustehen, wobei der Zustand ihrer Zimmer die geringste ihrer Sorgen ist.

Ich muss gestehen, dass mich diese Sicht auf die Dinge unglaublich entspannt! Aber: Es gibt Ausnahmen! Auch wenn es im Kinderzimmer brennt, dann möchte ich trotzdem nicht die Asche durch den Rest der Wohnung fliegen haben!

Ordnung mit Teenagern

Bei dir darf es brennen, aber bei mir ist gerade Feuerpause

Wenn das Chaos des Teenagers den Rest der Familie einschränkt, dann sollte man einschreiten. Bei uns ist Sophies Zimmer ihr Reich. Aber der Rest der Wohnung wird von ihrer Unordnung bitteschön verschont. Sie muss das Bad nach Benutzung ordentlich hinterlassen, Teller wegräumen und auch Schuhe dürfen nicht alleine durch die Wohnung wandern. Da bin ich hart und da gibt es auch keine Ausreden! Da können alle Autos vor unserem Haus brennen – diese Regel setze ich durch, da sie genau weiß, welche Erwartung ich habe und wie wichtig die Rücksichtnahme für den Rest der Familie ist. Nicht, dass das immer funktionieren würde, aber ich arbeite an mir 😉

Ordnung mit Teenagern

Gemeinsame Lösungen finden

Es funktioniert einfach nicht, dem Teenie Boxen hinzustellen. Er wird über sie hinwegsteigen oder Schimmelpilze drin züchten, aber seinen Kram nicht hinein räumen.

Also müssen wir dann doch in den sauren Apfel beißen und mal genau hinhören: Fragt bei eurem Kind doch mal nach, wie es sich sein Zimmer vorstellt. Vielleicht ist es ja selbst unzufrieden mit der Situation. Und dann wird geschaut, was helfen könnte, mehr Ordnung in den Raum zu bekommen. Gemeinsames Entrümpeln – gar keine schlechte Idee, denn oft findet sich noch eine Menge an Spielzeug, die nicht mehr benötigt wird. Haken an der Wand sind super und einfach zu nutzen, große Wäschekörbe funktionieren auch oft prima. Einfach muss es sein!

Und jetzt kommt ein ganz großer Wermutstropfen für alle Designfans:

Verabschiedet euch von durchgestylten Jugendzimmern! Entweder ist es dort so unordentlich, dass man euer Designkonzept nicht mehr sehen kann oder es ist praktisch. Ok, auf ein bisschen Stil muss man nicht verzichten, aber meine Erfahrung zeigt (und ich habe schon viele schöne Kinder- und Jugendzimmer gesehen, in die sehr viel Hezblut der Mütter investiert wurde), dass Fussballklamotten an Haken nie schön sind …

Ordnung mit Teenagern

Was aber tun, wenn das Kind meint, dass es sich in dem Chaos sehr wohl fühlt (so wie meins)? dann gibt es drei Grundregeln, die eingehalten werden müssen und die auch in ein Teeniehirn passen:

  1. Geschir wird abends IMMER rausgebracht und in die Spülmaschine gestellt. Essenssachen werden nicht im Zimmer aufbewahrt!
  2. Saubere Wäsche wird in den Schrank geräumt.
  3. Alle 2 Wochen wird grob aufgeräumt, so dass geputzt werden kann.

Das funktioniert so einigermaßen gut – nur das mit der sauberen Wäsche muss noch ein bisschen geübt werden 😉 …

Und was habt ihr für Tricks beim Aufräumen von Teenie- und Kinderzimmern?

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6 Kommentare

  1. Bei uns haben Regeln, gemeinsames Aufräumen und ständiges Meckern gar nicht funktioniert. Irgendwann habe ich beschlossen, dass ich einfach nichts mehr mache in dem Zimmer. Ich hatte einfach keine Lust mehr, mich aufzuregen. Weder Klamotten, Müll, Teller einsammeln noch Bett beziehen oder saugen.. es wurde natürlich nur die Wäsche gewaschen, die im Wäschekorb im Bad ankam…
    Das hat 6 Wochen gedauert. Dann wurde es dem Kind zu ekelig. Seit dem (und das war vor ca 4 Jahren!) hat das Kind ein super ausgeräumtes und geputztes Zimmer. Jeden Sonntag wird gesaugt und das Bett bezieht sie auch selbst. Und das läuft, ohne, dass ich etwas sagen muss (mache ich sowieso nicht.. ist nicht mein Bereich).
    Auch bei Kind zwei war diese Methode ein voller Erfolg!
    Liebe Grüße
    Sybille

  2. Bei meinem Sohn ist es ganz genau so , allerdings ohne Teller, dafür schimmeln die Puddingreste im Becher vor sich hin oder die Keksverpackungen liegen zwischen den Klamotten. Auch ich habe diese Grundregeln wie bei dir, kein Essen im Zimmer lagen, Klamotten direkt in den Schrank ansonsten vermeide ich es auch das Zimmer zu betreten, denn es gibt jedes mal Ärger. Ich habe die Hoffnung es bessert sich in der Pubertät.
    Viele Grüße Kathrin

    • Hallo Kathrin und den Rest der Mütter mit Teenagern. Also, die Hoffnung mit „nach der Pubertät“ kann ich euch schon mal nehmen. Mein Sohn ist 21. Seit er 11 ist, ist er in der Pubertät und ich glaube, er kommt da nicht mehr raus. Sein Zimmer: siehe eure Kommentare. Meine Tochter fast 18. Ich dachte, Töchter wären anders. Zumal man ihnen doch die Ordnung vorlebt. Falsch gedacht. Und ich schaffe es einfach nicht, ihnen diese Regeln beizubringen. Egal wie ich es anpacke. Teller stehen wochenlang rum, Wäsche wird notfalls fertig gebügelt und zusammengelegt beim Aufräumen einfach wieder in die Wäsche geschmissen. Ich räume nichts weg und putze auch nicht, in der Hoffnung, das es so funktioniert, wie bei Sybille. Leider nein. Meinen ist nichts zu ekelig. Das einzige was funktioniert ist das Betten beziehen. Und das dafür dann am liebsten jede Woche.

      • das kenn ich…frische Wäsche direkt wieder in den Wäschekorb. Mütter ABM…könnt‘ ja langweilig werden…mein Website-Logo könnte auch ein Wäscheberg-Panorama sein.

  3. Pingback: Lieblinks #2 • Edition ELTERN

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