Warum bleibt es bei mir nicht aufgeräumt? So bekommst du dauerhaft Ordnung

Ganz am Anfang meiner Bloggerkarriere hatte ich eine Reihe von Beiträgen, warum Unordnung immer nachwächst und wie man dauerhaft Ordnung bekommt. Tatsächlich ist es so, dass mir diese Frage am allerhäufigsten gestellt wird – neben der Frage, wo man seine Bücher am besten hingibt (das hatte ich in in dem Artikel “Wohin mit gebrauchten Büchern?” für euch beantwortet).

Das Thema scheint euch wirklich sehr zu beschäftigen, weswegen ich es noch mal für euch aufgearbeitet habe. Eigentlich ist es nämlich ganz einfach: Der Hauptgrund, warum wir immer wieder mit Unordnung und rumfliegenden Zeug kämpfen ist

dauerhaft ordentlich in der Küche bleiben

1| Wir haben zu viel Zeug!

Ich weiß, es tut ein bisschen weh, es zuzugeben, aber das ist tatsächlich die Ursache Nummer 1 für unser permanentes Hin- und Herräumen, Stapeln, Wegkicken, Rumwühlen, Nervenverlieren, Zumüllen, Häufchen auftürmen und Sachen von rechts nach links schieben.

“Aber das stimmt doch gar nicht. Alles, was ich habe, brauche ich auch!”, kommt dann ganz schnell die Antwort. Echt? Ganz, ganz ehrlich? Ich glaube das den Wenigsten, denn wir hier in der westlichen Welt haben meistens sehr viel mehr als wir tatsächlich benötigen. Vielleicht stimmt das sogar in wenigen Fällen, aber bei den meisten von uns (und da nehme ich mich gar nicht raus!) gibt es Verhaltensmuster, die uns gar nicht so bewusst sind. Zum Beispiel:

Wir haben viele Sachen doppelt

Wenn man mal bewusst durch die Wohnung geht, dann sieht man ganz schnell, was ich meine. In meinem Artikel über Dubletten hatte ich es schon mal für euch aufgedröselt.

Ich gebe euch mal ein paar Beispiele: Bettwäsche! Ich hatte bisher Unmengen von Betttüchern und Bettwäsche. Ich habe sie stapelweise mitbekommen, als ich von zu Hause ausgezogen bin. Dazu kam dann die erste selbstgekaufte Wäsche von IKEA, Kinderbettwäsche in allen Größen – jede Menge Stoff, der im Kleiderschrank sehr, sehr viel Platz eingenommen hat. Dabei gab es sogar Größen, die auf keine Decke mehr gepasst haben. Sophie braucht auch keine Kinderbettwäsche mehr mit kleinen Blumenmädchen oder Zirkusmotiven.

Sachen aussortieren dauerhaft ordentlich
Washed knifes and forks on the ceramic plate, prepared for home celebration

7 Flaschenöffner – dauerhafte Ordnung bekommt man besser ohne sie

Oder in der Küche: Allein Flaschenöffner hatte ich 7 Stück, Schöpfkellen 6 Stück und 4 unterschiedliche Service. Genutzt wurde jeweils jedoch nur eins davon.

dauerhaft ordentlich in der Küche

Ihr versteht, was ich meine? All diese Dinge verstopfen unsere Schränke. Man hat jede Menge Zeug, das man aber nicht wertschätzen kann, weil wir die Übersicht darüber verloren haben. Können wir alle 7 Flaschenöffner gleich gerne mögen?

Bei der Bettwäsche habe ich es so gemacht: Für jedes Bett/Person gibt es zwei Sets. Einmal dasjenige, das gerade aufgezogen ist und eines zum Wechseln. Das sind beispielsweise bei 4 Personen 8 Sets. Damit kann man alle Eventualitäten wie Übernachtungsbesuch, Magen-Darm-Infekte etc. gut abdecken. Denn es werden niemals alle 8 Sets gleichzeitig in Gebrauch sein. Die Erfahrung zeigt: Das ist mehr als genug!

Ich habe nur die Bettwäsche aufgehoben, die von wirklich guter Qualität ist, die farblich perfekt passt und in die wir uns gerne einkuscheln. Der Rest durfte gehen (oder wurde in einem Nähprojekt verwertet). Nur den Flaschenöffner, der perfekt funktioniert. Schaut euch genau an, was das wirklich Beste, Schönste, Praktischste ist. Das darf bleiben. Die weniger guten kleinen Geschwister bekommen ein neues Zuhause. Ihr werdet sehen, dass ihr Dinge wieder wertschätzen könnt, die jetzt bewusst von euch wahrgenommen werden und brav ihren “Dienst” tun und dauerhafte Ordnung kann so einziehen.

Also Tipp Nummer eins: Nur das Beste aufheben!

2| Sachen, die keinen festen Aufbewahrungsort haben

Warum stehen bei uns die Schuhe immer im Eingang rum? Oder warum sieht unsere Küchenablage immer nach einem Schlachtfeld aus?

dauerhaft ordentlich im Büro

Der eigentliche Grund erst mal die Bequemlichkeit. Einfach alles dort liegen lassen, wo man als erstes ankommt. Schaut man mal genauer hin, stellt man aber fest, dass es nicht nur die Bequemlichkeit ist. Es wäre nämlich genauso bequem, die Schuhe dort liegen zu lassen, wo ein passender Platz für sie eingerichtet ist – wenn er denn eingerichtet ist…

Ich komme beispielsweise immer nach Hause und werfe alles, was ich in der Hand habe in der Küche auf die Ablage. Schwups, ist sie voll. Mit Post, Schlüsseln, Handtasche und Co.

Nicht sinnvoll, wenn man dauerhafte Ordnung bekommen möchte.

Aber das mache ich nur, weil es sonst in der Nähe keinen Ablageort gibt. Die Post müsste ich ins Büro tragen, den Rest – äh ja den Rest könnte ich neben der Wohnungstür fallen lassen. Oder woanders? Ihr seht das Problem?

Dinge, die keinen festen Aufbewahrungsort haben, machen Unordnung.

Jaaa, kommt jetzt das Argument, “das xy hat aber einen Platz in der Schublade im Raum z. Und trotzdem fliegt es durch die Gegend!”

Es macht keinen Sinn, Dingen einen Ort zuzuweisen, der nicht praktisch ist. Der schwer zugänglich ist, der nicht gut gemerkt werden kann. Niemand trägt den Haustürschlüssel quer durch die Wohnung, um ihn in eine Schüssel im Schlafzimmer zu legen. Ein Haken neben der Tür wäre beispielsweise perfekt. Aufschließen, reingehen, Schlüssel direkt aus der Hand an Haken an der Wand. Fertig.

Tipp Nummer 2: Gebt Dingen einen festen Platz!

Heute kommen wir zu Punkt 3, warum immer wieder Unordnung im Haus entsteht:

3 |Wir heben Dinge auf, die wir irgendwann mal gebrauchen könnten

Uff, das ist ein schwieriges Thema. Ich glaube, da muss man ein bisschen differenzieren:

Zum einen gibt es Dinge, bei denen man GLAUBT, sie noch mal gebrauchen zu können – wie beispielsweise ein Trainingsanzug, obwohl man keinen Sport treibt. Oder die knackige Jeans, obwohl man schon seit zwei Größen nicht mehr hinein passt.

weniger Sachen und dauerhaft ordentlich

Das sind alles Sachen, die man mit einer hohen Wahrscheinlichkeit NIE wieder benutzen (oder überhaupt mal in Gebrauch nehmen) wird! Dann, wenn man nämlich mit Sport beginnt, passt man wahrscheinlich sowieso nicht mehr in die Sachen. Besorge dir dann die Sporthose, wenn du sie brauchst. Und nimm dann eine, die dir wirklich gut passt und die deine Bedürfnisse optimal erfüllt.

Wenn du in den letzten Jahren den Römertopf nicht genutzt hast/ nicht Inliner gefahren bist – wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass das demnächst passieren wird? Und wenn du darauf doch Lust bekommen solltest: Deine Freundin kann dir bestimmt den Topf/ die Inliner ausleihen.

Das sind die Dinge, die unsere Schränke verstopfen, die auch unsere Gedanken einnehmen. Eine alte, unbenutzte Turnhose macht immer ein schlechtes Gewissen. Aber motivieren tut sie nicht!

Und dann gibt es die Dinge, die wir TATSÄCHLICH mal gebrauchen können. Wenn du nähst wie eine Wilde, dann kannst du natürlich auch Stoff und Bänder aufheben. Wenn du jedes Wochenende eine Fest-Tafel mit 9 Gängen bekochst, dann brauchst du bestimmt irgendwann auch mal den Brenner für die Créme Bruleé. Selbstverständlich ist das jetzt kein Freibrief, um Stoffe und Küchenutensilien in rauhen Mengen zu horten – aber ihr versteht was ich meine?!

Also Augen auf und (vor allem) Kopf an beim Aufheben von Dingen

4| Wir kaufen schlechte Qualität!

Und das ist ein Thema, das nicht nur keine dauerhafte Ordnung zulässt, sondern auch unseren Haushalt und auch die Umwelt belastet!

Mir fällt da ein Beispiel aus den Kleinkindtagen meiner Tochter ein: Wir haben damals von meinen Schwiegereltern einen sündhaft teuren Kinderwagen mit allem Schnickischnacki geschenkt bekommen. Er war toll und leistete sehr gute Dienste bis das Kind zu groß dafür war.

Aber ich mochte keine Kinderwagen mehr. Das ewige Rumschieben eines großen Teils. Ein Buggy sollte her. Und weil ich ja eigentlich keine Lust mehr auf Kinderwagen hatte, war meine Kaufmotivation auch eher gering. Ein Billig-Buggy wurde angeschafft. Der gab nach zwei Monaten seinen Geist auf. Also wurde ein weiterer günstiger gekauft, da man ja erstens einen benötigt und zweitens ja nun erst recht keine Geld dafür ausgeben möchte, da man ja schon den zweiten anschafft. Ratet, wie es weiter ging! Es folgten noch Nummer drei und vier…

Ordnung mit Teenagern

Wenn ich jetzt alle Kosten dieser Kinderwagen addiere, komme ich locker auf das Doppelte eines guten und vernünftigen Exemplars, das wir hätten von Anfang an kaufen sollen. Was wir damit einen Müll verursacht haben!

Und so ist das mit vielen Dingen – egal, ob es Billigkugelschreiber sind, die nicht schreiben und Schubladen verstopfen oder Kleidungsstücke, die nicht gut sitzen oder ausgeleiert sind.

Lieber ein gutes Teil als zehn schlechte!

Und zum Schluß noch Grund Nummer 5:

5| Wir wollen mehr haben als wir tatsächlich benötigen

Eigentlich ist das die perfekte Zusammenfassung aller anderen Punkte. Ich rufe in Erinnerung:

Alle vier oben genannten Gründe entstehen natürlich dadurch, dass wir mehr Dinge besitzen/kaufen, als wir tatsächlich zum Leben benötigen und somit auch keine dauerhafte Ordnung entstehen kann.

Ich habe mir gerade eine wunderschönes Einkaufstasche gekauft. Ich mag sie wirklich und sie begleitet mich seither. Aber es ist nicht so, dass ich davor meine Einkäufe vor mir her gerollt hätte. Aber nein! Ich besitze eine ordentliche Sammlung an Taschen und eigentlich hätte ich keine neue gebraucht. Aber sie ist soooo schön! Und ich wollte sie wirklich!

Hinter den Kulissen von Ordnungsliebe

Ich möchte niemandem verbieten, Dinge zu kaufen. Dafür tue ich das ja selbst viel zu gerne!
Aber es sollte uns bewusst werden, dass man darüber nachdenken muss, was man wirklich braucht, unbedingt haben möchte und was man sich auch mal verkneifen kann.

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