Jedes Böhnchen gibt ein … tolles Essen! Oder: Wie kocht man getrocknete Bohnen?

Ich reite mal wieder auf dem Thema Vorräte rum. Ach herrlich, mir fällt da noch so viel zu ein! Ich hatte euch schon mal einen Artikel zur richtigen Aufbewahrung von Lebensmitteln zusammengestellt und ein paar wichtige Regeln für die Organisation der Speisekammer. Aber heute komme ich zu einer Frage, die mir eine Leserin vor kurzem gestellt hat und die wahrscheinlich ein paar von euch interessieren wird: “Wie koche ich eigentlich die vielen getrockneten Bohnen, die bei mir zu Beginn der Corona-Krise eingezogen sind?”

Eine tolle Frage, denn wer sich mal im Bekanntenkreis umhört wird feststellen, dass nicht alle wissen, wie das geht. Und ich muss zugeben, dass ich das, bis ich mich vegan ernährte, auch nicht wirklich wusste. Bohnen und andere Hülsenfrüchte sind aber jetzt meine wichtigste Eiweißquelle und da hat man dann doch gerne ein bisschen Auswahl, oder?

getrocknete Bohnen kochen

Warum lieber getrocknete Bohnen als welche aus der Dose?

Bohnenkonserven sind praktisch, keine Frage! Bei uns lagern auch immer ein paar in den Vorräten, wenn es einmal super schnell gehen soll. Wer aber getrocknete Bohnen kauft hat gleich mehrere Vorteile: sie sind wesentlich günstiger, schmecken tatsächlich sehr viel besser und haben (was ich super wichtig finde) eine ganz andere Textur. Ich mag es einfach viel lieber, wenn sie bissfester und knackiger sind. Dosenbohnen sind oft ein bisschen zu weich und ab und an auch ein bisschen schleimig. Örgs, das klingt jetzt nicht so lecker.

Wer schon mal hochwertige Bohnen gekocht hat, wird den Unterschied lieben. Sie schmecken dann schon ohne großes Brimborium drumrum wirklich lecker. Und wenn man eine große Portion davon kocht, dann kannst du sie ganz bequem in kleineren Portionen einfrieren und kannst sie dann genauso schnell nutzen wie ihre Kolleginnen aus der Dose.

Getrocknete Bohnen kochen

Also weg mit dem Respekt vor den trockenen Köstlichkeiten und ran an die Töpfe! Es ist ganz leicht! Und ich verwende das Rezept für die meisten Bohnensorten wie schwarze Bohnen, Pintobohnen, Cannellini, Nieren, Preiselbeeren etc.

getrocknete Bohnen kochen
Purpurrote Cranberry, Red Cattle, Painted Pony, Black Turtle, Brown Cattle, Black Eye Pea, Jacob’s Cattle und Limabohnen

1| Pick drin rum

Als erstes musst du ein bisschen in den Bohnen wühlen und schauen, ob dort noch kleine Steinchen oder Schalenreste, verfärbte Bohnen oder schrumpelige drin rumtrudeln. Durchsuch sie vor dem Kochen sorgfältig, um späteren Schreck zu vermeiden. Aber keine Angst: Die meisten im Supermarkt erhältlichen Bohnen sind schon sehr sauber!

2| Einweichen oder nicht?

Meine Meinung zum Theme getrocknete Bohnen kochen und einweichen: yessss! Macht euch die Arbeit, denn dadurch ist nicht nur die Kochzeit kürzer, sondern sie sind auch besser verdaulich. Ihr wisst ja: Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen … Sie werden besser verträglich, da die unverdauliche, aber wasserlösliche Stachyose, die für die Gasentwicklung im Darm sorgt, in das Wasser übergeht.

Legt sie dazu in eine große Schüssel und gebt reichlich Wasser hinzu, um sie zwei Handbreit zu bedecken. Als Faustregel könnt Ihr aber auch Wasser noch einmal so hoch wie die Bohnen einfüllen. Die Bohnen saugen das Wasser nämlich auf. Sollten jetzt Böhnchen oben schwimmen, dann fischt sie raus und werft sie weg. Nun dürfen sie mindestens 8 Stunden oder am besten über Nacht einweichen. Genug eingeweicht sind getrocknete Bohnen, Kichererbsen, Dicke Bohnen und Erbsen, wenn ihre Haut keine Falten mehr zeigt! Danach giesst ihr sie ab, lasst sie abtropfen und noch mal Wasser über das Sieb laufen.

3| Uuuuuuuuuuuund …. kochen!

Solltet ihr nicht vorgeweichte Bohnen verwenden, dann spült sie vorher unbedingt in einem Sie ab. Nun dürfen die Bohnen in einen Topf mit zwei handbreit Wasser bedeckt. Wasser zum Kochen bringen und dann die Hitze reduzieren. Die Bohnen dürfen nun gemütlich 30 Minuten lang vor sich hin köcheln, während ihr ab und an mal entstehenden Schaum abschöpft.

Wenn die Bohnen 30 Minuten lang gekocht haben, darf Salz mit ins Wasser. Nun müssen sie weiter kochen, bis die Bohnen weich sind. Die Garzeit kann je nach Größe und Frische der Bohnen zwischen 30 Minuten und 2 Stunden liegen. Zwischendurch nachschauen, ob noch genug Wasser im Topf ist und immer wieder probieren, ob sie schon gar sind. Aber ihr werdet bald ein Gefühl für die verschiedenen Sorten bekommen! Übrigens: Alle Bohnen werden erst am Ende der Kochzeit gesalzen. 

4| Essen, einlagern oder einfrieren

Nun kommen die Bohnen entweder auf den Teller, in eine luftdichte Box in den Kühlschrank (dort halten sie 5 Tage lang) oder werden eingefroren. Möchte man die Bohnen kalt verwenden, sollte man sie im Kochwasser abkühlen lassen. So reißen ihre Schalen nicht auf.

5| Die großen Ausnahmen

Es gibt jedoch ein paar Ausnahmen von der Koch-Regel:

Linsen. Diese Hülsenfrüchte müssen nicht einweichen, bevor sie gekocht werden. Jede Sorte hat eine eigene Textur: Tellerlinsen können (müssen aber nicht) vor dem Kochen eingeweicht werden – dies verkürzt die Garzeit auf etwa 30-40 Minuten (statt 60 ohne Einweichen).

Kleinere Linsen müssen nicht eingeweicht werden, ihre Garzeit beträgt sowieso nicht mehr als 30 Minuten. Rote und gelbe Linsen werden nicht eingeweicht, da sie schnell garen und dann zerfallen.

Und auch grüne und gelbe Erbsen kochen schnell und müssen nicht eingeweicht werden. Grüne Erbsen kochen in etwa 25 Minuten, gelbe Erbsen 30-40 Minuten.

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